12.02.2009 · Der Zugang zu Rohstoffen war entscheidend für den Boom in China. Nun will der Staatskonzern Chinalco 19,5 Milliarden Dollar in den hoch verschuldeten Bergbaukonzern Rio Tinto investieren. Es wäre die größte Auslandsinvestition Chinas. Der Staatskonzern besäße dann 18 Prozent der Anteile an Rio Tinto.
China plant seine größte Auslandsinvestition aller Zeiten: Der staatliche Aluminium-Konzern Chinalco will 19,5 Milliarden Dollar (15,1 Milliarden Euro) in den australischen Bergbauriesen Rio Tinto investieren. Die australische Regierung kündigte allerdings sofort im Anschluss mögliche schärfere Regeln für Investitionen an und könnte den Deal blockieren.
In die Beteiligung an Aluminium-, Bauxit-, Kupfer- und Eisenerzbergwerken sollten 12,3 Milliarden Dollar fließen, teilte Chinalco am Donnerstag mit. Weitere 7,2 Milliarden Dollar seien für Anleihen vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt in Rio-Tinto-Aktien umgewandelt werden könnten.
Zugang zu Rohstoffen
Dadurch könnte Chinas Anteil an dem angeschlagenen australischen Unternehmen auf mindestens 15 Prozent steigen. Chinalco soll der Vereinbarung zufolge außerdem zwei Sitze in der Konzernführung von Rio Tinto erhalten. Chinalco war im Februar vergangenen Jahres gemeinsam mit dem amerikanischen Konzern Alcoa für 14,2 Milliarden Dollar bei Rio Tinto eingestiegen. Dabei handelte es sich ebenfalls um die bis dahin höchste chinesische Auslandsinvestition.
Die geplante Investition in Rio Tinto spiegele „unser anhaltendes Vertrauen in die langfristigen Perspektiven der Industrie und der chinesischen Wirtschaft“ wider, erklärte Chinalco-Chef Xiao Yaqing. Zugang zu Rohstoffen hatte in den vergangenen Jahren entscheidend zu Chinas Wirtschaftsboom beigetragen. Die große Nachfrage aus der Volksrepublik nach Rohstoffen hatte auch die Wirtschaft in Australien angekurbelt.
Australische Regierung skeptisch
Die australische Regierung droht China dennoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Kurz nach Chinalcos Ankündigung teilte Finanzminister Wayne Swan mit, seine Regierung plane eine Verschärfung der Regeln für Auslandsinvestitionen, bei denen Instrumente wie der Erwerb von Anleihen zur Anwendung kämen.
Chinalco muss sich daher nach Einschätzung von Experten auf eine strenge Prüfung einstellen. Die Chinalco-Investitionen müssten zudem noch von den Rio-Tinto-Aktionären abgesegnet werden.
Rio Tinto hat einen Schuldenberg angehäuft und hofft daher nach eigenen Angaben auf weitere Chinalco-Investitionen. Rio Tinto hatte sich vor zwei Jahren schwer verschuldet, um den amerikanischen Aluminiumhersteller Alcan zu kaufen (siehe Rio Tinto bietet 38 Milliarden für Alcan). Nun aber musste das Unternehmen fast 8 Milliarden Dollar auf den Geschäftsbereich abschreiben, was hohe Verluste verursachte.
Im Oktober muss Rio Tinto Verbindlichkeiten von 8,9 Mrd Dollar zurückzahlen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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