Der größte Ölkonzern der Welt erwägt offenbar einen Verkauf seines deutschen Tankstellennetzes. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen. Zurzeit spreche Exxon Mobil mit möglichen Käufern aus Russland oder Osteuropa. Ein Verkauf der Tochter Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH mit Sitz in Hamburg, welche mehr als 1.100 Tankstellen in Deutschland betreibt, könne dem Konzern mehr als eine Milliarde Euro einbringen.
Eine Sprecherin der deutschen Tochtergesellschaft wollte den Bericht gegenüber dieser Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Sie habe keine Informationen über solche Pläne des Mutterkonzerns. In der Branche wird bereits seit einiger Zeit darüber spekuliert, ob der amerikanische Ölkonzern an seinem deutschen Tankstellengeschäft noch lange festhält. Exxon-Chef Rex Tillerson hat in den vergangenen vier Jahren bereits fast ein Drittel des weltweiten Tankstellennetzes verkauft.
Der US-Konzern sucht vor allem den Ausstieg aus Märkten, in denen der Kraftstoffabsatz stagniert oder zurückgeht. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf Felder, die mehr Gewinn abwerfen, wie die Erdölförderung oder die Chemikalienproduktion. Im vergangenen Jahr machte die deutsche GmbH einen Umsatz von rund 13 Milliarden Euro. Die operative Rendite lag bei knapp 7 Prozent.
State Oil Company of Azerbaijan Republic
Jürg Schärer (jsch67)
- 05.07.2012, 14:34 Uhr