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Bekleidungsgeschäfte Beschwerden über Mitarbeiterüberwachung bei Hollister

 ·  Leibesvisitationen, Taschenkontrollen, Kameraüberwachung. Die Liste der Beschwerden ehemaliger Mitarbeiter über die Arbeitsbedingungen in „Hollister“-Bekleidungsgeschäften ist lang. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“.

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© Wahl, Lucas Vergrößern Hollister: Hippe Klamotten - aber offenbar weniger hippe Arbeitsbedingungen.

Ehemalige Mitarbeiter deutscher „Hollister“-Bekleidungsgeschäfte, deren Mutterkonzern das amerikanische Unternehmen Abercrombie & Fitch ist, haben sich darüber beklagt, Leibesvisitationen, Taschenkontrollen und Kameraüberwachung ausgesetzt gewesen zu sein. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“. Auch die Gründung eines Betriebsrats sei verhindert worden. Einige frühere Mitarbeiter sind deswegen auch schon vor Gericht gezogen.

Ehemalige Mitarbeiter, die anonym bleiben möchten, berichteten der „Welt“, regelmäßig beim Verlassen des Unternehmens von Vorgesetzten abgetastet worden zu sein. Auch von Taschenkontrollen wurde erzählt.

Kameraüberwachung durch die Vorarbeiter

Mehrere ehemalige Mitarbeiter seien infolge dessen gegen die deutsche Tochterfirma des Konzerns, die AFH Germany mit Sitz in München vor Gericht gezogen. Die Mitarbeiter hätten auch geklagt, weil sie ihrer Aussage nach ständig mit Kameras überwacht worden seien. In der Vernehmung vor dem Arbeitsgericht Oberhausen habe einer der Kläger detailliert geschildert, „dass drei Monitore im Lager standen. Oft waren zwei Monitore angeschaltet. (...) Der Kläger erklärt weiter, dass vor den Monitoren die Vorarbeiter gesessen hätten.“

Laut Aussage sollen diese Vorarbeiter vor jeder Nachtschicht die Mitarbeiter darauf hingewiesen haben, dass sie jeden Raum in Geschäft und Lager ständig unter Beobachtung hätten – auch, wenn sie nicht anwesend seien. Auch die Arbeitsweise würde so kontrolliert, sagten die ehemaligen Mitarbeiter vor Gericht aus. „Sie haben auch stets darauf hingewiesen, dass es viele Bewerber für die Jobs gäbe und jeder ersetzbar sei“, erklärte einer der Kläger.

Betriebsratswahl womöglich verhindert

Die Anwälte der Modefirma verteidigten diese vor Gericht mit dem Argument, eine solche Live-Überwachung habe nicht stattgefunden. Gedacht seien die Kameras nur für die Augen sogenannter „Loss Prevention Manager“ – also solcher Mitarbeiter der Firma, die nur darauf achteten, dass es nicht zu Diebstählen komme. Das Verfahren der sechs ehemaligen Teilzeitkräfte in Oberhausen sei im September eingestellt worden, hieß es weiter. Die Modekette habe die Vorwürfe bestritten, jedoch eingewilligt, den früheren Mitarbeitern jeweils eine Abfindung von 3000 Euro zu zahlen. Eine Rolle bei der Gerichtsentscheidung habe nach Aussage eines Anwalts gespielt, dass es sich nur um Studentenjobs gehandelt habe und nicht um die Lebensgrundlage der Betroffenen, so berichtet die „Welt“.

Darüber hinaus hätten Hollister-Manager im vergangenen Jahr die Gründung eines Betriebsrats in der Oberhausener Filiale verhindert, berichtet die Zeitung weiter: Ein Zettel, der zur Organisation einer Betriebsratswahl aufgehängt worden sei, sei einfach wieder entfernt worden. Zur Gründung des Betriebsrats sei es letztendlich nicht gekommen. Nach Informationen der „Welt“ haben sämtliche Mitarbeiter, die einen Betriebsrat gründen wollten, Aufhebungsverträge mit großzügigen Abfindungen angeboten bekommen, die alle angenommen haben.

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