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Insolvente Erotikkette : Beate Uhse sucht Käufer

  • Aktualisiert am

Beate Uhse eröffnete zu Beginn der sechziger Jahre den ersten Sexshop der Welt. Bild: dpa

Möchte jemand den Sexartikel-Versender Beate Uhse übernehmen? Ja, sagt der Vorstandschef des zahlungsunfähigen Unternehmens. Der Aktienkurs reagiert deutlich - allerdings auf äußerst niedrigem Niveau.

          Der zahlungsunfähige Sexartikel-Versender Beate Uhse sucht einen Käufer. Parallel zur Sanierung in Eigenverwaltung sei der Verkaufsprozess für das Unternehmen an diesem Dienstag offiziell eingeleitet worden, teilte die Firma mit.

          Es gebe eine Vielzahl von möglichen Investoren, die dem Unternehmen bereits Interesse signalisiert hätten. Dazu gehörten neben strategischen Käufern auch Finanzinvestoren. „Der hohe Bekanntheitsgrad und die lange Tradition des Unternehmens stoßen ebenso auf Interesse potentieller Investoren wie unser Kundenstamm“, sagte Vorstandschef Michael Specht.

          Beate Uhse hatte Mitte Dezember Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Konzern, der seit dem Jahr 2015 in den roten Zahlen steckt, will neben einem möglichen Verkauf auch die Sanierung aus eigener Kraft vorantreiben. Man stehe bereits in aussichtsreichen Verhandlungen über die Gewährung eine Massenkredits, sagte der Generalbevollmächtigte Justus von Buchwaldt.

          Der erste Sexshop der Welt

          Beate Uhse wurde im Jahr 1946 von Beate Rotermund-Uhse gegründet, einer früheren Luftwaffenpilotin. Im Jahr 1962 eröffnete ihr Unternehmen in Flensburg den ersten Sexshop der Welt. Der Konzern entwickelte sich bald zu Europas größtem Erotik-Konzern mit Sex-Läden, Kinos und einem Versandhaus. Mit dem Internet begann in den vergangenen Jahren aber der Niedergang, weil Sexfilme quasi überall kostenlos heruntergeladen werden können.

          Um aus der Schmuddelecke herauszukommen, baute Beate Uhse das Geschäft um und versuchte verstärkt, Frauen als Kundinnen zu gewinnen. Doch auch das half wenig, weil das Konzept nach Meinung von Experten nur halbherzig verfolgt wurde. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz im Internet zu. Firmen wie Amorelie und EIS.de liefen Beate Uhse den Rang ab.

          Das Geschäft schrumpfte rapide. Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten mehr als 800 Menschen arbeiteten, zählt heute noch 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Nach 200 Millionen Euro Umsatz vor einigen Jahren erwartet der Vorstand für 2017 noch Erlöse von deutlich unter 100 Millionen.

          Der Aktienkurs, der nach dem Börsengang im Mai 1999 auf 25,39 Euro einen Rekord markierte, sank im Laufe der Jahre deutlich. Das letzte Mal, dass das Papier mehr als einen Euro kostete, liegt mehr als vier Jahre zurück. Seitdem ist Beate Uhse ein Pennystock. Die Hoffnung auf einen Käufer trieb die Aktie an diesem Dienstag um bis zu 30 Prozent auf 10 Cent.

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