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Baumaschinen Das Geschäft von Wacker Neuson läuft

 ·  Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson präsentiert überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal und hält die Aussichten für das Jahr für gut.

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Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson wird angesichts der überraschend guten Entwicklung im zweiten Quartal die Prognose für 2010 mit der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen am 13. August erhöhen. Wie stark, will der Vorstandsvorsitzende Georg Sick noch offenlassen. Er deutete im Gespräch mit dieser Zeitung jedoch an, dass das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte dynamischer verlaufen werde.

Das Wachstum in den ersten sechs Monaten war ausschließlich auf 40 Prozent höhere Umsätze mit Leichtbaugeräten zurückzuführen. In den kommenden Monaten werde jedoch der gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfachte Auftragsbestand für Kompaktbagger abgearbeitet; die Engpässe der Zulieferer werden dann beseitigt sein.

Hoffen auf sinkenden Auftragsbestand

Der schwere Einbruch der Märkte im Krisenjahr 2009 hat dazu geführt, dass Außenspiegel, Lenksäulen oder Hydraulikkomponenten schwerer zu bekommen waren, da die Unternehmen sehr schnell Kapazitäten abgebaut hatten - davon war die gesamte Branche betroffen. Sick hofft, dass sich die Lage jetzt normalisiert und der Auftragsbestand bis Ende des Jahres wieder auf ein vernünftiges Niveau sinken wird. Nach den vorliegenden Quartalszahlen zu urteilen, wird der Umsatz in diesem Jahr stärker steigen als um die bisher vorhergesagten 5 Prozent. Alleine im zu Ende gegangenen Halbjahr stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 355,6 Millionen Euro.

„Im zweiten Quartal ist es richtig losgegangen“, sagt Sick. Das Volumen legte sogar um 31 Prozent zu auf 205 Millionen Euro. Auch das Ergebnis werde besser sein als erwartet. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat sich von 1,1 Millionen Euro im Krisenhalbjahr 2009 auf nun 30,7 Millionen Euro erhöht. Wie geplant, ist Wacker im Halbjahr mit 5,2 Millionen Euro in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im Vorjahreszeitraum gab es ein Minus von 15,2 Millionen. Hohe Wertberichtigungen verursachten im Gesamtjahr 2009 einen Verlust von 110 Millionen Euro.

Klein is beautiful

Der Grund für die gute Geschäftsentwicklung ist nach Ansicht Sicks das besser laufende Geschäft mit kleinen Baumaschinen. Auch eine höhere Nachfrage aus den Vereinigten Staaten schlage sich positiv nieder. „Amerika hat sich mit einem Umsatzplus von 50 Prozent sehr positiv bemerkbar gemacht“, sagt der Vorstandschef. In allen Erdteilen habe es zweistellige Zuwächse gegeben, in Asien plus 15 Prozent, in Europa mehr als 10 Prozent.

Wacker Neuson könnte auf einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro in diesem Jahr zusteuern nach knapp 600 Millionen Euro 2009. Damit liegt das im S-Dax gelistete Unternehmen immer noch deutlich hinter dem Rekordwert von 2008 (870 Millionen Euro). Die Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz, die im Jahr 2008 hätte überschritten werden sollen, werde nun wohl zwei Jahre später geschafft.

Hoffnungen für Kooperation mit Caterpillar

Helfen soll die vereinbarte Zusammenarbeit mit dem größten Baumaschinenhersteller der Welt, dem amerikanischen Unternehmen Caterpillar, das bereits in der vergangenen Woche ein gutes Ergebnis im zweiten Quartal berichtet hatte. Wacker Neuson wird im Jahr 2011 in seinem österreichischen Werk in Linz Minibagger mit einem Gesamtgewicht von 3 Tonnen je Stück für Caterpillar produzieren. Während die Amerikaner bislang drei Modelle dieser Größenklasse anbieten, verfügt Wacker Neuson über sechs Modelle. Für Sick ist die langfristige Zusammenarbeit über 20 Jahre wichtig, wodurch es deutlich höhere - allerdings nicht genannte - Stückzahlen gebe.

In das ohnehin geplante und nun beschleunigt aufgebaute Werk investiert das Unternehmen 40 Millionen Euro, deren Finanzierung angesichts einer Eigenkapitalquote von 79 Prozent und geringen Schulden unproblematisch ist. Im Krisenjahr 2009 wurden die Investitionen insgesamt auf 50 Millionen Euro halbiert. Im Jahr 2012, dem ersten Jahr der vollen Produktion, könnte Wacker nach Ansicht von Analysten einen Umsatz von 40 bis 60 Millionen Euro erzielen. Sick widerspricht dem nicht. Die Deutsche Bank veranschlagt sogar ein Volumen von 80 Millionen Euro.

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