Home
http://www.faz.net/-gqi-7igg0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Baumarktkette Ausverkauf von Max Bahr lukrativer als Angebote

Bis Donnerstag haben die Interessenten an der Baumarktkette Max Bahr noch Zeit, ihre Angebote nachzubessern. Andernfalls werden die insolventen Baumärkte abgewickelt.

© dpa Vergrößern Max Bahr kämpft ums Überleben

Den beiden verbliebenen Interessenten an der insolventen Baumarktkette Max Bahr läuft Verhandlungskreisen die Zeit davon. Die saarländische Supermarkt-Kette Globus und das Konsortium um den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle und die Baumarktkette Hellweg haben nur noch bis Donnerstag Zeit, ihre Offerten an die Insolvenzverwalter nachzubessern, sagten drei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag Abend.

Am Donnerstag berät der Gläubigerausschuss über die Zukunft der rund 120 Max-Bahr-Märkte mit insgesamt 7000 Mitarbeitern. Doch beide Bieter ringen noch um die Konditionen für die Übernahme. Kommen sie nicht zum Zuge, müsste Max Bahr abgewickelt werden.

Bieter sollen nachbessern

Während Hellweg und Möhrle laut Finanzkreisen noch mit zwei  Banken über die Finanzierung der Offerte verhandelt, haben sich die Fronten zwischen Globus und dem Vermieter der meisten Max-Bahr-Märkte, der britischen Bank Royal Bank of Scotland (RBS), um die künftigen Mieten verhärtet. Sie lägen deutlich über dem Marktdurchschnitt, sagten mehrere Insider. Die Chefetage der RBS in Großbritannien wolle aber keine Zugeständnisse machen und hoffe auf andere Handelsketten als Mieter für ihre 66 Häuser.

Die Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder hatten Globus aufgefordert, ihre Offerte aufzustocken, weil sonst der Ausverkauf und die Schließung der Max-Bahr-Märkte für die Gläubiger lukrativer wäre.

Globus-Geschäftsführer Erich Huwer war im Branchen-Portal „baumarktmanager.de“ bereits damit zitiert worden, dass Globus sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen habe. „Diese Mieten kann kein Mensch bezahlen“, erklärte er dort. In Finanzkreisen wurde die Äußerung aber als Verhandlungstaktik verstanden. Eine offizielle Erklärung dazu gebe es nicht. Globus wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Hellweg zeigt sich zuversichtlich: „Wir sind weiterhin im Bieterverfahren, und wir gehen davon aus, dass wir eine Lösung finden werden, so dass Max Bahr und die Arbeitsplätze erhalten bleiben können“, sagte eine Sprecherin in Dortmund. Zur Finanzierung wollte sie sich nicht äußern. Insider beurteilen sie als wacklig. Hellweg und Möhrle hatten zunächst deutlich mehr für Max Bahr offeriert als Globus.

Hellweg und Globus sind früheren Informationen zufolge bereit, alle 74 angestammten Max-Bahr-Baumärkte sowie rund 30 der 50 ehemaligen Praktiker-Märkte zu übernehmen, die noch vor der Insolvenz auf die Marke „Max Bahr“ umgestellt worden waren.

Dazu kämen jeweils rund 15 Praktiker-Märkte, die sie auf die eigenen Marken umstellen wollten. Die in St. Wendel ansässige Globus betreibt 79 Baumärkte unter den Markennamen Globus und Hela, Hellweg hat in Deutschland 85 Filialen. Sie hat sich für Max Bahr mit dem Einkaufsbüro deutscher Eisenhändler (EDE) und dem Unternehmer Dirk Möhrle zusammengetan. Ein Sprecher der Insolvenzverwalter wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Screwfix in Offenbach eröffnet Der etwas andere Baumarkt aus Großbritannien

Unter Baumärkten tobt in Deutschland ein größerer Kampf als sonst irgendwo. Der britische Branchen-Riese Kingfisher will auf dem größten Markt in Europa mitmischen und hat seinen ersten Screwfix-Markt eröffnet – in Rhein-Main. Mehr Von Jochen Remmert

12.10.2014, 12:28 Uhr | Rhein-Main
Genmais für Europa

Neue Märkte für amerikanischen Genmais, darauf hoffen die US-Farmer. Sie sehen das Freihandelsabkommen TTIP als Chance, den europäischen Markt zu erschließen. Die Angst vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln können sie nicht verstehen. Mehr

22.08.2014, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Deutsche Forfait mit hohem Verlust

Das Rating des Hemdenherstellers Seidensticker sinkt auf B+. Stefan Lübbe, Mehrheitsaktionär des Bastei-Lübbe-Verlags ist unerwartet verstorben. Mehr

14.10.2014, 15:20 Uhr | Finanzen
Hauskäufer lässt sich Katze 140.000 Dollar kosten

Dass ihre Katze Tiffany bei der Versteigerung ihres Hauses mal das Zünglein an der Waage sein würde, hätten die Besitzer dieses Eigenheims im australischen Melbourne wohl nicht gedacht. Die geforderten rund zwei Millionen Australische Dollar wollte für die Immobilie mit fünf Schlafzimmern zunächst niemand zahlen. Erst als Tiffany noch oben drauf gelegt wurde, schlug ein Interessent zu - und bot sogar noch 140.000 Dollar mehr. Mehr

14.10.2014, 10:57 Uhr | Gesellschaft
Nürburgring Die nächste Katastrophe?

Der Verkauf des insolventen Nürburgrings schien endlich abgeschlossen zu sein - jetzt droht die nächste Katastrophe für das Land Rheinland-Pfalz. Der Käufer steckt selbst in finanziellen Schwierigkeiten. Mehr Von Timo Frasch, Wiesbaden

13.10.2014, 17:18 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.10.2013, 08:01 Uhr

Tests mit Schlagseite

Von Markus Frühauf

Bestünden alle Banken den Stresstest, hätte die EZB als künftige Bankenaufseherin schon vor dem Beginn versagt. Doch sie kann auch kein Interesse daran haben, die Schwächen der Banken schonungslos aufzudecken. Mehr 11 20


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Die Probleme von Yahoo

Einst war Yahoo ein Internet-Gigant, dann kam Google: Heute ist der Konzern nur noch ein Schatten seiner selbst. Wo genau liegen die Probleme? Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden