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Baumarktkette Ausverkauf von Max Bahr lukrativer als Angebote

Bis Donnerstag haben die Interessenten an der Baumarktkette Max Bahr noch Zeit, ihre Angebote nachzubessern. Andernfalls werden die insolventen Baumärkte abgewickelt.

© dpa Max Bahr kämpft ums Überleben

Den beiden verbliebenen Interessenten an der insolventen Baumarktkette Max Bahr läuft Verhandlungskreisen die Zeit davon. Die saarländische Supermarkt-Kette Globus und das Konsortium um den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle und die Baumarktkette Hellweg haben nur noch bis Donnerstag Zeit, ihre Offerten an die Insolvenzverwalter nachzubessern, sagten drei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag Abend.

Am Donnerstag berät der Gläubigerausschuss über die Zukunft der rund 120 Max-Bahr-Märkte mit insgesamt 7000 Mitarbeitern. Doch beide Bieter ringen noch um die Konditionen für die Übernahme. Kommen sie nicht zum Zuge, müsste Max Bahr abgewickelt werden.

Bieter sollen nachbessern

Während Hellweg und Möhrle laut Finanzkreisen noch mit zwei  Banken über die Finanzierung der Offerte verhandelt, haben sich die Fronten zwischen Globus und dem Vermieter der meisten Max-Bahr-Märkte, der britischen Bank Royal Bank of Scotland (RBS), um die künftigen Mieten verhärtet. Sie lägen deutlich über dem Marktdurchschnitt, sagten mehrere Insider. Die Chefetage der RBS in Großbritannien wolle aber keine Zugeständnisse machen und hoffe auf andere Handelsketten als Mieter für ihre 66 Häuser.

Die Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder hatten Globus aufgefordert, ihre Offerte aufzustocken, weil sonst der Ausverkauf und die Schließung der Max-Bahr-Märkte für die Gläubiger lukrativer wäre.

Globus-Geschäftsführer Erich Huwer war im Branchen-Portal „baumarktmanager.de“ bereits damit zitiert worden, dass Globus sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen habe. „Diese Mieten kann kein Mensch bezahlen“, erklärte er dort. In Finanzkreisen wurde die Äußerung aber als Verhandlungstaktik verstanden. Eine offizielle Erklärung dazu gebe es nicht. Globus wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Hellweg zeigt sich zuversichtlich: „Wir sind weiterhin im Bieterverfahren, und wir gehen davon aus, dass wir eine Lösung finden werden, so dass Max Bahr und die Arbeitsplätze erhalten bleiben können“, sagte eine Sprecherin in Dortmund. Zur Finanzierung wollte sie sich nicht äußern. Insider beurteilen sie als wacklig. Hellweg und Möhrle hatten zunächst deutlich mehr für Max Bahr offeriert als Globus.

Hellweg und Globus sind früheren Informationen zufolge bereit, alle 74 angestammten Max-Bahr-Baumärkte sowie rund 30 der 50 ehemaligen Praktiker-Märkte zu übernehmen, die noch vor der Insolvenz auf die Marke „Max Bahr“ umgestellt worden waren.

Dazu kämen jeweils rund 15 Praktiker-Märkte, die sie auf die eigenen Marken umstellen wollten. Die in St. Wendel ansässige Globus betreibt 79 Baumärkte unter den Markennamen Globus und Hela, Hellweg hat in Deutschland 85 Filialen. Sie hat sich für Max Bahr mit dem Einkaufsbüro deutscher Eisenhändler (EDE) und dem Unternehmer Dirk Möhrle zusammengetan. Ein Sprecher der Insolvenzverwalter wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

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Quelle: Reuters

 
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