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Bankmanager Viele Schweizer sind über die UBS-Boni erbost

11.02.2009 ·  2,2 Milliarden Franken Bonuszahlungen - trotz Rekordverlust. Mit ihrem Gehaltspaket hat die UBS den Sturm der Entrüstung, der schon seit längerem in der Schweiz tobt, neu entfacht.

Von Jürgen Dunsch, Zürich
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Es hat nichts genutzt: Mit ihrem Gehaltspaket hat die UBS den Sturm der Entrüstung, der schon seit längerem in der Schweiz tobt, neu entfacht. Die Verminderung des Personalaufwands für das vergangene Jahr um 36 Prozent auf 9,2 Milliarden Franken reicht vielen nicht.

Sie stoßen sich an den sogenannten "variablen Kompensationen", die im Volksmund unter dem Sammelbegriff Boni laufen. Sie hat die UBS sogar um 85 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken heruntergefahren, aber mit den vertraglich zugesicherten Bestandteilen waren es dann doch 2,2 Milliarden Franken - dies alles in einer Bank, die 2008 den Rekordverlust von 20 Milliarden Franken einfuhr. Mehr noch: Konzernchef Marcel Rohner bekannte sich zu dem Gehaltsmodell, das eine vergleichsweise niedrige Grundvergütung mit einem hohen variablen Anteil verbindet.

„Weiterhin die Kultur der fetten Jahre“

Erwartungsgemäß nahmen sich die linksstehenden Gruppierungen von der Stiftung für Konsumentenschutz bis zu den Parteien der Sozialdemokraten (SP) und Grünen die UBS-Verantwortlichen vor. Für SP-Parteichef Christian Levrat herrscht in der Bank "weiterhin die Kultur der fetten Jahre". Die liberale FDP hatte gegen diese Front einen schweren Stand. Der Parteivorsitzende Fulvio Pelli erinnerte daran, dass der UBS-Vorstand sowie Verwaltungsratspräsident Peter Kurer für 2008 überhaupt keine Boni erhielten. Sein Generalsekretär Stefan Brupbacher ergänzte, die UBS habe international am stärksten gekürzt und sei auf ein motiviertes Personal angewiesen, zumal Erfolgskomponenten das gesamte Gehaltssystem durchzögen und nicht auf die Führungsetage oder die Investmentbanker beschränkt seien.

Überraschenderweise reihte sich selbst die rechtskonservative, aber eigentlich wirtschaftspolitisch liberale SVP in die Schar der Kritiker ein. Für Parteisprecher Alain Hauert ist klar: Bei Verlusten darf es keinen Bonus geben. Nach der staatlichen Hilfsaktion mit 6 Milliarden Franken vom Bund, dem Stabilisierungsfonds der Nationalbank und einer faktischen Staatsgarantie dürften keine höheren Löhne als in den Staatsbetrieben oder in der Nationalbank gezahlt werden. Hauert ging sogar noch weiter und forderte für den Bund einen Sitz im Verwaltungsrat.

Formal ist der Bund bisher nicht UBS-Aktionär, sondern hat eine Wandelanleihe gezeichnet, die er möglichst noch vor der Zwangswandlung in Aktien verkaufen will. Allerdings hat die UBS im Zusammenhang mit dem staatlichen Hilfspaket zugestehen müssen, dass die Finanzmarktaufsicht (Finma) das Gehaltspaket genehmigt. Das ist erstmals für 2008 geschehen. Der Unmut in der Öffentlichkeit erklärt sich auch daraus, dass in der Schweiz die Bankbediensteten an der Spitze der Gehaltshierarchie stehen. Sie erhielten bisher rund ein Drittel mehr als die Durchschnittsverdiener. Und die Gehaltsspitze ist in den Banken am ausgeprägtesten. Nach Angaben des Bundesamts für Statistik lag sie 2006 bei 16.500 Franken im Monat, für Direktoriumsmitglieder sogar bis zu 54.000 Franken.

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Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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