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Bankenverband sieht keine schnelle Besserung „Die Krise wird uns wohl noch eine ganze Zeit beschäftigen“

07.04.2008 ·  Die Banken erwarten kein schnelles Ende der Finanzkrise. „Die Situation muss weiter als äußerst angespannt bezeichnet werden“, sagte der Präsident des Bankenverbandes. Allerdings seien die Rückwirkungen auf die deutsche Wirtschaft begrenzt.

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Die deutschen Geschäftsbanken erwarten kein schnelles Ende der Finanzkrise. „Die Situation muss weiter als äußerst angespannt bezeichnet werden, und die Krise wird uns wohl noch eine ganze Zeit beschäftigen“, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, am Montag laut Redetext bei einer Veranstaltung seines Verbandes in Berlin.

Letztlich hänge es von der Marktentwicklung ab, wann und mit welchem Ergebnis die Turbulenzen für die Geldhäuser überwunden seien. „Auch 2008 wird für die Banken ein nicht nur schwieriges, sondern sehr anspruchsvolles Jahr“, betonte Müller, der Chef der Commerzbank ist.

Rückwirkungen auf deutsche Wirtschaft begrenzt

Die Krise führe zu einer Abschwächung der amerikanischen Konjunktur. Die Rückwirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland und Europa seien aber begrenzt. Die Risiken etwa wegen des schwachen Dollars hätten gleichwohl zugenommen. Für Deutschland sei 2008 ein Wachstum von 1,6 Prozent zu erwarten.

Müller betonte, dass die Geschäftsbanken hierzulande gegen ein Eingreifen des Staates zur Lösung der Krise seien. „Das wäre nur zu rechtfertigen, wenn eine Abwärtsspirale mit systemischen Risiken drohte“, sagte er. Diese Situation sei aber in Deutschland nicht gegeben.

Bankenverband: Bewertungsvorschriften überdenken

Die deutschen Geschäftsbanken regen als Konsequenz aus der Finanzkrise Änderungen der bilanziellen Bewertungsvorschriften an. Es müsse zügig der Frage nachgegangen werden, ob die Vorgaben des IFRS-Bilanzstandards nicht in außergewöhnlichen Marktsituationen die Probleme noch verschärften, sagte Müller weiter. Es gebe Anzeichen dafür, dass die geforderte Bewertung zu Marktpreisen die Talfahrt der Kurse bei einigen Wertpapieren weiter beschleunigt habe.

„Wiederholte Wertkorrekturen haben daher nichts mit Salamitaktik zu tun, sondern sind die Konsequenz der aktuellen Marktentwicklung“, sagte Müller. In jüngster Zeit mehren sich angesichts der Milliardenabschreibungen die Stimmen aus der Finanzbranche, wonach die Banken von dem IFRS-Prinzip der Bewertung nach Marktpreisen zumindest zeitweise abweichen dürfen sollten. Bei Kursverlusten führen diese Vorschriften zu erheblichen Wertberichtigungen in den Bankbüchern, in Boom-Zeiten dagegen zu erheblichen Buchgewinnen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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