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Bankenfusion Sand im Getriebe der Dresdner-Übernahme

04.01.2009 ·  Commerzbank-Chef Martin Blessing hat auf dem Weg zu einer vorgezogenen Übernahme der Dresdner Bank eine Schlappe erlitten. Bei der Wahl des neuen Vorstands der Dresdner Bank verweigerten ihm die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Zustimmung.

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Bei der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank knirscht es weiter. Die Arbeitnehmervertreter im Dresdner-Aufsichtsrat verhinderten im ersten Anlauf die vorzeitige Bestellung von Commerzbank-Chef Martin Blessing und zweier weiterer Manager des neuen Eigentümers zu Vorständen der bisherigen Allianz-Tochter. „Es wurde kein Beschluss gefasst“, bestätigte ein Sprecher der Commerzbank am Samstag. Nun muss das Gremium in vier Wochen erneut zusammentreten; dann kann Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann als Aufsichtsratschef die Arbeitnehmerbank mit seinem doppelten Stimmrecht überstimmen.

Mit Blessings Wahl wollte die Commerzbank die Integration beschleunigen. Die Übernahme der Dresdner Bank soll im Januar vollzogen werden. Der „Spiegel“ berichtete, die Stimmung in den Gremien, die die Eingliederung vorbereiten sollen, habe sich deutlich verschlechtert. Die Mitarbeiter der Dresdner Bank fühlten sich mit ihren Vorschlägen vielfach übergangen. In den Vorstand der „neuen“ Commerzbank zieht nach dem Rückzug des bisherigen Vorstandschefs Herbert Walter kein Dresdner-Manager ein. Auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sind die bisherigen Commerzbank-Beschäftigten ebenfalls deutlich in der Überzahl.

Taktisches Geplänkel

In Kreisen der beiden Banken wurde die Ablehnung Blessings als taktisches Geplänkel in den anstehenden Verhandlungen über den Sozialplan gewertet. Die Commerzbank hat im Zuge der Fusion den Abbau von 9000 Arbeitsplätzen angekündigt. Wie in der F.A.Z. schon berichtet, gibt es auch bei der Überführung der Arbeitsverträge erheblichen Ärger. So sollen die Dresdner-Bank-Mitarbeiter in der Commerzbank formal wie Neueingestellte behandelt werden - was eine Schlechterstellung, etwa bei der Altersversorgung, bedeuten würde. Bisher habe sich der Vorstand der Commerzbank geweigert, über dieses Problem zu sprechen, heißt es im Betriebsrat der Dresdner Bank. Für eine Führungskraft errechnen sich Abschläge bei der Altersvorsorge von mehreren zehntausend Euro.

Die Commerzbank und die Allianz als bisheriger Eigentümer der Dresdner Bank hatten Ende November 2008 eine Einigung über eine Beschleunigung der Übernahme erzielt. Damals wurde vereinbart, dass die Commerzbank die Dresdner Bank schon zum 1. Januar 2009 vollständig übernimmt. Ursprünglich hatte die Commerzbank für diesen Termin nur eine Beteiligung von 60 Prozent angestrebt. Die Verschmelzung der beiden Banken ist für den März 2009 beabsichtigt. Außerdem wurde der Kaufpreis für die Dresdner Bank von 9,8 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro zurückgenommen.

Um eine rasche Integration der beiden Großbanken zu befördern, wurden Ende November bereits drei Vorstände der Commerzbank gleichzeitig in den Vorstand der Dresdner Bank berufen. Frank Annuscheit hat dort die Aufgabe eines Chief Operating Officer übernommen, Wolfgang Hartmann leitet das Risikomanagement, und Michael Reuther verantwortet das Investmentbanking. Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank, Herbert Walter, entgegen der ursprünglichen Planung nicht in den Vorstand der Commerzbank einziehen wird.

Außerdem ist vorgesehen, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, Diekmann als Vorsitzenden des Kontrollgremiums bei der Allianz ablöst. Die für Ende Dezember geplante Wahl von Blessing, Beumer (Mittelstand) und Kassow (Privatkundengeschäft) in den Vorstand der Dresdner Bank sollte die Machtübernahme der Commerzbank komplettieren.

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Von Heike Göbel

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