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Bankenaffäre „Ich bin unter dem Preislimit geblieben“

09.01.2010 ·  Satte 3,7 Milliarden Euro hat das Debakel um die marode Bank Hypo Alpe Adria die bayrischen Steuerzahler gekostet, weil der damalige Bayern-LB-Chef Schmidt sie zu teuer kaufte - so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Jetzt wehrt sich Schmidt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gegen die Anschuldigungen.

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Werner Schmidt, früherer Vorstandschef der Bayern LB wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf der Staatsanwaltschaft München, er habe 2007 einen zu hohen Kaufpreis für die marode österreichische Bank Hypo Alpe Adria ausgehandelt, die den bayerischen Steuerzahler später 3,7 Milliarden Euro kostete. „An der Preisfindung für die Hypo Alpe Adria haben gut 100 Personen mitgerechnet“, teilte Schmidt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über seinen Verteidiger mit.

Der Banker erinnert an die Verantwortung seiner ehemaligen Vorstandskollegen und Verwaltungsräte in der Landesbank, gegen die nicht offiziell ermittelt wird: „Kein Vorstandsvorsitzender kauft im Alleingang eine Bank. Der gesamte Vorstand und der Verwaltungsrat treffen derartige Entscheidungen.“

Diese Gremien hätten allesamt den Kaufpreis von 1,6 Milliarden Euro gebilligt: „Der Verwaltungsrat hatte dem Vorstand der Bayern LB ein Preislimit gesetzt. Ich war damals noch zufrieden, dass der Kaufpreis für die Hypo Alpe Adria unter diesem Limit geblieben ist.“ Im Verwaltungsrat der Landesbank saßen Vertreter der bayerischen Landesregierung und der Sparkassen des Freistaats.

„Die Konditionen der Bayern LB waren günstiger

Auch habe es im Rahmen des Geschäfts keine unlauteren Absprachen mit dem deutsch-österreichischen Investor Tilo Berlin gegeben, teilt Schmidt mit. Berlin, den Werner Schmidt noch aus gemeinsamen Zeiten bei der Landesbank Baden-Württemberg kannte, hatte der Bayern LB ein Paket von 25 Prozent und einer Aktie an der Hypo Alpe Adria verkauft. Diese Anteile hatte seine Investmentgesellschaft wiederum teilweise dank eines Kredits der Bayern LB erworben.

„Dieser Kredit war höchst sinnvoll“, teilte Werner Schmidt der F.A.S. mit. „Herr Berlin hatte seine Finanzierung bis zu einem gewissen Zeitpunkt gesichert, aber es zeichnete sich ab, dass sich der Abschluss des Verkaufs verzögerte.“ Deshalb sie die Bayern LB eingesprungen. „Es galt zu verhindern, dass ein anderer Kreditgeber Zugriff auf Anteile der Hypo Alpe Adria erhält.“

Der Vermögensverwalter Tilo Berlin sagte der F.A.S., er habe den Kredit der Bayern LB für den Kauf seiner Anteile eigentlich „weder gebraucht, noch gewollt. Wir hatten eine stabile Finanzierung“. Aber die Landesbank habe ihm die Finanzierung angeboten. „Die Konditionen der Bayern LB waren günstiger.“

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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