Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) erwirbt die Weberbank KGaA in Berlin. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluß hat, wie aus Verhandlungskreisen verlautet, der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Dienstag in Düsseldorf getroffen. Die Bank geht damit in das Geschäft mit gehobenen Privatkunden - ein Feld, das sie vor vier Jahren aufgegeben hatte. Verkäufer der Weberbank ist die Bankgesellschaft Berlin, die sich im Zuge einer Auflage der EU-Kommission als Teil ihrer Sanierung von dem Institut trennen muß.
Der Abschluß der Verhandlungen zwischen WestLB und Bankgesellschaft wird in den nächsten Tagen erwartet. Dabei bestehe das "Restrisiko" eines Scheiterns, heißt es aus dem Kreis der Beteiligten. Die Landesbank wird nicht die Weberbank als Ganzes erwerben, sondern nur den Kundenstamm von etwa 34 000 Adressen, die drei Stützpunkte der Bank in Berlin sowie den Markennamen. Das Kapital und die Reserven verbleiben hingegen in der Bankgesellschaft Berlin. Bei dem äußerst komplizierten Geschäft dürfte die Bankgesellschaft zumindest einen kleinen Buchgewinn erzielen. Der Aufwand der Landesbank an Barmitteln soll zugleich deutlich weniger als 100 Millionen Euro betragen. "Alle Beteiligten kommen gut raus", kommentierte gestern ein Beteiligter den Verhandlungsstand. In der Bilanz der Bankgesellschaft steht die Weberbank mit einem Buchwert von knapp 300 Millionen Euro.
Wie andere Landesbanken, so verliert auch die WestLB zum 17. Juli die Rückendeckung einer weitgehenden Staatsgarantie. Die Landesbanken müssen daher ihre Geschäftsmodelle überarbeiten. Die Westdeutsche Landesbank hatte 2002 und 2003 Milliardenverluste erlitten. Die Rückkehr in das sogenannte "Private Banking" ist einer der Programmpunkte, die der seit 1. Januar 2004 amtierende WestLB-Chef Thomas Fischer verkündet hat. Die Weberbank mit 277 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme Ende 2004 von 4,2 Milliarden Euro ist dabei ein erster kleiner Baustein. Sie ist kein typischer Vermögensverwalter für wohlhabende Privatkunden, sondern hat auch mittelständische Firmenkunden und weniger vermögende Privatkunden. (du.)
