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Banken Verstaatlichte HRE schreibt weiter Verluste

 ·  Kein Ende der roten Zahlen: Die verstaatlichte Bank Hypo Real Estate meldet noch immer Verluste - wenn auch nicht so drastisch wie im Vorjahr. Doch es gibt neue Risiken durch Engagements in den Mittelmeerstaaten. Gleichzeitig macht der Prozess gegen die früheren Chefs Schlagzeilen.

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Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat auch im ersten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Zwischen Januar und März fiel vor Steuern ein Verlust von 324 Millionen Euro an, wie die Bank am Freitag in München mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte die HRE allerdings einen noch höheren Vorsteuerverlust von 406 Millionen Euro ausgewiesen. Auch im Vergleich zum Vorquartal reduzierte die Bank das Ausmaß der Verluste.

Allerdings liegen bei der HRE Risiken in Milliardenhöhe, die durch Engagements in den schuldengeplagten Mittelmeerstaaten zustande kommen. Die Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien schuldeten dem Institut Ende März einen Gesamtbetrag von 39,2 (Ende 2009: 39,1) Milliarden Euro, wie die HRE am Freitag mitteilte. Der größte Batzen entfällt auf Italien mit 26,8 Milliarden Euro. In Griechenland stecken 7,8 Milliarden Euro, in Spanien 2,7 Milliarden Euro und in Portugal 1,6 Milliarden. Auf Irland entfällt mit 260 Millionen Euro der geringste Anteil. Hinzu kommen insgesamt noch einmal gut 41 Milliarden Euro Risiken, die die HRE aus Krediten an staatliche Instituten, Kommunen oder Staatsfirmen in diesen Ländern zu fordern hat.

Das beste Quartal seit Herbst 2008

Hinsichtlich der Quartalszahlen gab sich die HRE aber vorsichtig optimistisch: „Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres war das beste seit Herbst 2008“, sagte die neue Vorstandschefin Manuela Better. Die HRE sei auf einem guten Weg, den Verlust im laufenden Jahr trotz zusätzlicher Aufwendungen für die geplante Abwicklungsanstalt weiter zu verringern. Dort sollen Risikopapiere hin verlagert werden. „Wir gehen dennoch unverändert davon aus, nicht vor 2012 in die Gewinnzone zurückkehren zu können“, sagte Better.

Die HRE war nach der knapp verhinderten Pleite und staatlichen Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro im Herbst vergangenen Jahres vollständig vom Bund übernommen worden. Unter dem Strich häufte die vom Steuerzahler gestützte Bank 2009 ein Minus von rund 2,2 Milliarden Euro an.

Prozess gegen die Führungsspitze

Für Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Hypo Real Estate sorgt derzeit auch der Prozess gegen die ehemalige Führungsspitze der Bank, der am Donnerstag vor dem Münchener Landgericht begonnen hat. Dabei hatte sich gestern herausgestellt, dass dem früheren HRE-Chef Axel Wieandt eine üppige Altersvorsorge winkt. Er hat ab seinem 60. Lebensjahr ein Anrecht auf eine jährliche Rente von 237.450 Euro. Seine Pensionsansprüche sind aus Sicht von Juristen wohl nicht anzufechten, obgleich der Staat die Bank vor der Pleite bewahrt hat (Hypo Real Estate-Chef Wieandt: Rentenanspruch nach 18 Monaten).

Auch Wiandts Vorgänger Georg Funke, den viele als Hauptverantwortlichen für das HRE-Debakel sehen, verlangt sein Millionengehalt. Er hat es vorgezogen, seinen Anwalt vor Gericht reden zu lassen (Hypo Real Estate: Millionenklage in Abwesenheit).

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