09.08.2006 · Die Commerzbank hat im zweiten Quartal das Handelsergebnis deutlich gesteigert, allerdings ist auch der Restrukturierungsaufwand deutlich höher ausgefallen. Die Aktie gerät unter Druck.
Die Commerzbank hat im zweiten Quartal wegen hoher Belastungen für den angekündigten Stellenabbau sowie die Integration des Immobilienfinanzierers Eurohypo die Gewinnerwartungen von Analysten klar verfehlt.
Der Nettogewinn habe im Zeitraum April bis Juni 285 Millionen Euro betragen, teilte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Mittwoch mit. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 321 Millionen Euro gerechnet. Zum Vergleich:
Branchenprimus Deutsche Bank verdiente im abgelaufenen Quartal unter dem Strich 1,23 Milliarden Euro.
Die Aktie der Commerzbank führte am Vormittag die Liste der Verlierer im Dax an. Die Papiere verzeichneten ein Minus von mehr als sieben Prozent und notierten bei 26,05 Euro.
Eurohypo jetzt komplett integriert
Im Ergebnis der Commerzbank ist erstmals die für 4,5 Milliarden Euro übernommene Eurohypo vollständig enthalten. Eine Zahl für den Überschuß, die den Konzern in seiner heutigen Aufstellung auf das vergangene Jahr vergleichbar darstellt, nannte die Commerzbank nicht.
Das Quartalsergebnis sei von einem Restrukturierungsaufwand in Höhe von 214 Millionen Euro belastet worden, hieß es. Gründe sind die laufende Integration der Eurohypo, Deutschlands größtem Immobilienfinanzierer, sowie der Abbau von 900 Stellen in der Verwaltung. Allerdings buchte die Bank auch einen Sondererlös von 143 Millionen Euro für den Verkauf ihrer restlichen Aktien an der koreanischen Bank KEB.
Die Commerzbank bekräftigte, 2006 ohne Sondereffekte mindestens auf eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent nach Steuern kommen zu wollen. Auf Dauer sei mit 15 Prozent zu rechnen. Damit könnten sich die Frankfurter auch international sehen lassen. Im zweiten Quartal lag die Nettorendite nach Restrukturierungskosten bei zehn Prozent.
Weitere Übernahmen im Blick
Im operativen Geschäft profitierte die Commerzbank im zweiten Quartal vor allem von einem verbesserten Handelsergebnis. Dieses kletterte auf 355 (Vorjahr pro forma: 20) Millionen Euro. Der Zinsüberschuß blieb mit 1,06 Milliarden Euro in etwa stabil.
Der Provisionsüberschuß stieg leicht an, während die Risikovorsorge für faule Kredite fiel.
Ihre Position will die Commerzbank künftig weiter stärken. „Wir wollen organisch und wo sinnvoll durch gezielte Zukäufe - auch in ausgewählten Auslandsmärkten - wachsen“, heißt es in der Mitteilung der Bank weiter.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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