02.10.2008 · Gute Geschäftszahlen bei Banken sind derzeit rar. Doch die Schweizer Großbank UBS überraschte an diesem Donnerstag mit der Meldung, sie erwarte im dritten Quartal einen „kleinen Gewinn“. In der Schweiz macht derweil ein verschwundenes UBS-Aktienpaket Schlagzeilen.
Die Schweizer Großbank UBS rechnet trotz der anhaltenden Marktturbulenzen für das dritte Quartal dieses Jahres mit einem kleinen Gewinn. Das gab der Konzern am Donnerstag vor der außerordentlichen Generalversammlung in Basel bekannt. Die Aussage beruhe auf vorläufigen Schätzungen, hieß es.
Damit würde die UBS nach drei Verlustquartalen und Abschreibungen von 45,4 Milliarden Franken (28,8 Milliarden Euro) auf Problemengagements im amerikanischen Immobilienmarkt erstmals wieder in die Gewinnzone zurückkehren.
Fachleute hatten mit weiteren Abschreibungen gerechnet
Nach der ersten Jahreshälfte hatte das Institut einen umfassenden Umbau angekündigt. Die Überprüfung der Strategie sei nun abgeschlossen, hieß es. Das Institut werde die drei Unternehmensgruppen in drei eigenständige Unternehmensbereiche umformen. Diese sollten größere operationelle Freiheit und mehr Eigenverantwortung erhalten.
Analysten hatten auch für das dritte Quartal mit einem Verlust bei der UBS gerechnet. Spekuliert wurde außerdem über weitere Abschreibungen von rund zwei Milliarden Euro. Der Mitteilung zufolge hat die UBS ihre Bestände mit Bezug zu amerikanischen Gewerbe- und Wohnhypotheken signifikant reduziert, in erster Linie durch Veräußerungen. Der größte Schweizer Bankenkonzern bekräftigte, dass 2009 insgesamt ein profitables Jahr werde.
Verschwundenes UBS-Aktienpaket macht Schlagzeilen
Derweil macht ein verschwundenes UBS-Aktienpaket in der Schweiz Schlagzeilen. Die Beteiligungsgesellschaft Olivant des früheren UBS-Chefs Luqman Arnold weiß nicht, wo ihr UBS-Aktienpaket von rund 2,78 Prozent mit einem Börsenwert von knapp einer Milliarde Euro liegt. Olivant dürfte daher bei dem Aktionärstreffen der UBS an diesem Donnerstag nicht mitstimmen können. „Wir wissen nicht, wo sich die Aktien befinden“, sagte Arnold dem „Tages-Anzeiger“ in Zürich.
Der Grund: Die zusammengebrochene Investmentbank Lehman Brothers agierte unter anderem als sogenannter Prime Broker. Solche Broker stellen Beteiligungsgesellschaften und Hedge-Fonds Fremdkapital gegen Sicherheiten zur Verfügung. Mit den Krediten können die Fonds neue Geschäfte finanzieren. Entsprechend hat Olivant bei Lehman Brothers gehandelt. Allerdings verleihen Prime Broker die erhaltenen Wertpapiere oft weiter. Dies könnte auch mit dem UBS-Paket von Olivant geschehen sein. Beobachter meinen, dass Arnold höchstens über die Konkursmasse von Lehman wieder an die Aktien gelangen könnte, da das Verleihen nach britischem Recht als Eigentumsübertragung gilt.
Das wird nicht ...
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 02.10.2008, 12:05 Uhr
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