06.07.2007 · Die Personalie kam völlig überraschend, die Gründe blieben vage: Die größte Schweizer Bank UBS hat ihren Chef Peter Wuffli durch dessen bisherigen Stellvertreter Marcel Rohner ersetzt. Und zwar ab sofort. Wuffli verlässt das Unternehmen.
Die größte Schweizer Bank UBS hat völlig überraschend ihren Chef Peter Wuffli durch dessen bisherigen Stellvertreter Marcel Rohner ersetzt. Der Wechsel gelte ab sofort, teilte das Institut am Donnerstag mit. Wuffli trete zurück und verlasse das Unternehmen.
Der Schritt folgt auf zunehmend lauter werdende Forderungen von Kritikern der Bank, die Gewinne zu steigern. UBS hatte in zwei Quartalen hintereinander enttäuschende Ergebnisse vorgelegt. Dabei stand auch eine Trennung von der Sparte für das Investmentbanking zu Gunsten einer Konzentration auf die Vermögensverwaltung zur Diskussion. Zuletzt verstärkten sich Vermutungen, UBS könnte in diesen beiden Bereiche aufgespalten werden.
Details zu den Hintergründen gab Ospel nicht bekannt. Die Kritik der Investoren an dem missglückten Engagement der UBS im Hedge-Fonds- Geschäft auf dem amerikanischen Markt habe bei Wufflis Rücktritt keine Rolle gespielt, betonte er. Die UBS hatte im vergangenen Mai bekannt gegeben, dass die von ihr 2005 gegründete Hegde-Fonds-Firma Dillon Read Capital Management (DRCM) wegen eines Fehlbetrags von 160 Millionen Franken (rund 94 Millionen Euro) aufgelöst und wieder in den Konzern eingegliedert werde. Der Gewinn des UBS-Konzens hatte sich im ersten Quartal 2007 verringert. Das Plus war im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2006 um sieben Prozent auf 3,3 Milliarden Franken gesunken.
„Keine Meinungsverschiedenheiten“
Die Bank wies Spekulationen zurück, der Personalwechsel könnte eine Strategieänderung vorbereiten. „Es gab keine Meinungsverschiedenheiten über die Strategie“, sagte Sprecher Cristoph Meier. Die Bank bleibe bei ihrer Ausrichtung als integriertes Institut.
UBS erklärte zudem, Marcel Ospel sei für eine weitere dreijährige Amtszeit als Präsident der Bank nominiert worden. Der Verwaltungsrat habe Ospels Vorschlag abgelehnt, Wuffli zu seinem Nachfolger zu ernennen. Der CEO wechsle nicht automatisch auf den Posten des Präsidenten, hieß es in der Mitteilung. Der Verwaltungsrat suche vielmehr“unvoreingenommen nach der in seiner Einschätzung jeweils besten personellen Konstellation für die Bank“.
Keine grössere Abfindung
Der neue Chef Rohner gilt im Gegensatz zum eher introvertierten Wuffli als Dynamiker. Der 42 Jahre alte Manager hatte die Privatkundensparte geleitet, die eine besonders wohlhabende Klientel bedient. Er half bei der Expansion dieses Bereichs in Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.
Wuffli erhält nach Aussagen von Ospel neben den üblichen Zahlungen im Zusammenhang mit seinem Vertrag als CEO keine grössere Abfindung.
The Unsinkable Bank of Switzerland
Fionn Huber (fionn)
- 07.07.2007, 19:34 Uhr
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