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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Banken Spanische Großbank BBVA bietet für italienische BNL

 ·  Offerte über 6,4 Milliarden Euro / Widerstand der italienischen Bankenaufsicht erwartet

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Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) will die italienische Konkurrentin Banca Nazionale del Livoro (BNL) für 6,4 Milliarden Euro erwerben. Dies geht aus dem offiziellen Übernahmeangebot des BBVA hervor. Zustimmen müssen noch die Aktionäre beider Institute und die italienische Bankenaufsicht, der die spanische Bank bereits vor zwei Wochen ihre Übernahmeabsicht übermittelt hatte. Beobachter rechnen am ehesten mit dem Widerstand der italienischen Behörde, die möglicherweise eine nationale Lösung für BNL bevorzugt. Sie muß sich bis zum 17. April äußern. Vorsorglich hat sich auch die EU-Kommission schon eingeschaltet, die das Genehmigungsverfahren vor allem bei einer Ablehnung überprüfen will.

Falls die Übernahme gelingt, stellt sie bereits den zweiten Vorstoß spanischer Großbanken nach Westeuropa dar. Im Herbst 2004 hatte der spanische Marktführer Santander Central Hispano (SCH) den britischen Konkurrenten Abbey National für 12,5 Milliarden Euro erworben und damit aus Expertensicht eine möglicherweise weitreichende Konsolidierung unter europäischen Banken angestoßen. Dazu könnte auch der Plan des niederländischen Kreditinstitutes ABN Amro zählen, die italienische Banca Antoniana Popolare Veneta (Antonveneta) zu erwerben. ABN Amro hat diese Absicht der italienischen Bankenaufsicht bereits mitgeteilt. Ein offizielles Übernahmeangebot steht aber noch aus.

BBVA ist bei BNL bereits mit knapp 15 Prozent beteiligt, hat bisher aber unter der Regie der italienischen Bankenaufsicht nur wenige Mitsprachemöglichkeiten bei der ehemals staatlichen Bank erhalten. Das Übernahmeangebot ist jetzt an die Auflage gekoppelt, daß BBVA mindestens 50 Prozent und eine Aktie an BNL erhält. Finanziert werden soll der Zukauf durch eigene Aktien. Falls BBVA alle Anteile erhält, wird die italienische Finanzgruppe Generali größter Aktionär der spanischen Bank, allerdings mit einer Beteiligung von nur gut einem Prozent, gefolgt von der führenden spanischen Telefongesellschaft Telefonica. BBVA ist bisher nach SCH die zweitgrößte Bank auf dem Heimatmarkt und in Lateinamerika. Entstanden ist BBVA 1999 durch eine nationale Großfusion. Seitdem hat sich die Bank mit einem Börsenwert von mehr als 40 Milliarden Euro unter die führenden Kreditinstitute Europas hervorgearbeitet. SCH liegt mit einem Börsenwert von knapp 60 Milliarden Euro allerdings noch deutlich vor BBVA. Daran würde sich auch durch den Zukauf von BNL wenig ändern. Er wäre für BBVA aber der erste bedeutende Schritt ins westeuropäische Ausland. BNL ist die sechstgrößte Bank Italiens mit einem Netz von rund 800 Filialen vor allem in größeren Städten, während BBVA allein in Spanien rund 3000 Filialen führt. Auch bei der Ertragsstärke liegen beide Institute weit auseinander: BBVA hat im abgelaufenen Jahr einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro erwirtschaftet, während BNL wegen staatlicher Auflagen zur Neubewertung von Risiken sogar leicht in die Verlustzone geriet. BNL beschäftigt knapp 17000 Menschen, etwa ein Viertel der BBVA-Belegschaft. Diese wird offensichtlich straffer geführt: Während BNL eine Kosten-Erlös-Quote von 67 Prozent aufweist, kommt BBVA auf gut 45 Prozent und ist damit eine der effizientesten Banken Europas. (pso.)

Quelle: F.A.Z., 30.03.2005, Nr. 73 / Seite 11
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