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Banken Postbank will rentabler werden

13.03.2006 ·  Die Postbank hat im vergangenen Jahr in allen Kernbereichen Fortschritte gemacht und will nach einem unerwartet starken Gewinnanstieg mit der übernommenen Bausparkasse BHW deutlich profitabler werden.

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Die Postbank will nach einem unerwartet starken Gewinnanstieg im vergangenen Jahr mittelfristig mit der übernommenen Bausparkasse BHW deutlich profitabler werden.2005 sei der Überschuß auf 492 (Vorjahr 435) Millionen Euro geklettert, teilte Deutschlands größte Filialbank am Montag mit. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Gewinn von 463 Millionen Euro gerechnet. An die Eigentümer will die Tochter der Deutschen Post eine unveränderte Dividende von 1,25 Euro je Aktie ausschütten.

Die Eigenkapitalrendite - zentrale Kennziffer für die Profitabilität von Banken - habe sich vergangenes Jahr auf 14,6 (14,0) Prozent vor Steuern erhöht. Von 2008 an plant Bankchef Wulf von Schimmelmann mit mindestens 20 Prozent, womit die Bonner international mithalten könnten. Zum Vergleich: Branchenprimus Deutsche Bank ist bereits 2005 auf eine Rendite von 25 Prozent gekommen, sieht sich damit auf Augenhöhe mit den ausländischen Rivalen und will dieses Niveau halten. Die Commerzbank strebt bis Ende des Jahrzehnts eine Vorsteuerrendite von gut 20 Prozent an.

Ihre Ziele plant die Postbank unter anderem mit der Integration der für 1,8 Milliarden Euro erworbenen Hamelner BHW zu erreichen. Sie soll 2009 einen Gewinnbeitrag von 130 Millionen Euro beisteuern. Das anvisierte Synergiepotenzial von insgesamt 142 Millionen Euro pro Jahr soll schon 2009 und damit früher als erwartet ausgeschöpft werden.

BHW-Integration Hauptaufgabe für 2006

Mit der BHW hat die Postbank 14,5 Millionen Kunden. Die Integration des zweitgrößten deutschen Baufinanzierers bezeichnete Schimmelmann als Hauptaufgabe dieses Jahres. Für die Zusammenführung beider Unternehmen hat die Postbank 2005 bereits Rückstellungen in Höhe von 93 Millionen Euro gebildet. Bislang wurden die Integrationskosten auf gut 170 Millionen Euro beziffert, die über mehrere Jahre verteilt werden sollen. Der Postbank gehören derzeit mehr als 98 Prozent der BHW-Anteile. Die restlichen Minderheitsaktionäre sollen mit einer Zwangsabfindung, die ab einer Beteiligung von über 95 Prozent möglich ist, aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Im vergangenen Jahr profitierte die im Nebenwerte-Index MDax gelistete Bank, deren Aktienkurs sich seit dem Börsengang im Sommer 2004 mehr als verdoppelt hat, von Verbesserungen in den meisten operativen Bereichen: Der Zinsüberschuß als wichtigster Ertragsposten kletterte um sieben Prozent auf 1,675 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschusß stieg auf 699 (612) Millionen Euro, das Handelsergebnis auf 205 (198) Millionen. Die Kosten blieben mit 1,886 Milliarden Euro nahezu stabil. Indes stellte die Bank mehr für faule Kredite zurück, die Risikovorsorge stieg auf 205 (185) Millionen Euro.

In allen Kernbereichen hat die Postbank im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht. Im Privatkundengeschäft - der wichtigsten Sparte - sei der Vorsteuergewinn 2005 auf 588 (Vorjahr: 480) Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Firmenkundengeschäft erhöhte sich der Gewinn auf 149 (125) Millionen Euro, in der Kapitalmarktsparte auf 120 (105) Millionen. Der im Aufbau befindliche Bereich Zahlungsverkehrabwicklung erzielte ein mehr als verdoppeltes Ergebnis von 23 Millionen Euro. Die Postbank führt unter anderem den Zahlungsverkehr für die Deutsche Bank und die Dresdner Bank aus, weitere Institute sollen folgen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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