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Banken Postbank übernimmt BHW

25.10.2005 ·  Die Postbank übernimmt Deutschlands zweitgrößte private Bausparkasse BHW und will damit zum führenden Finanzdienstleister für Privatkunden aufsteigen. Analysten sprechen von einem sinnvollen strategischen Schritt.

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Die zweitgrößte deutsche Bausparkasse BHW geht nach monatelangen Verhandlungen für bis zu 1,8 Milliarden Euro an die Postbank.

Die Postbank, die sich bereits vor Monaten gut neun Prozent an BHW gesichert hatte, werde im nächsten Schritt das gemeinsame Paket der Gewerkschaftsholding BGAG und des Beamtenbunds von gut 76 Prozent in bar übernehmen, teilte das Bonner Kreditinstitut und sein Mehrheitseigner Deutsche Post am Dienstag mit. Der Kaufvertrag sei unterzeichnetg worden. Wann den übrigen BHW-Eignern ein Übernahmeangebot gemacht werden soll, ist offen.

Für 100 Prozent an der Hamelner BHW Holding werde die Postbank maximal 1,79 Milliarden Euro zahlen. Dieser Preis liege deutlich unter dem BMW-Marktwert an der Börse von 2,6 Milliarden Euro. Die stark angeschlagene Hypothekenbank AHBR wird von der Holding abgetrennt und soll separat verkauft werden.

Postbank verspricht stabile Dividende

Die Deutsche Postbank will auch nach der Übernahme der Bausparkasse BHW ihren Aktionären eine stabile Dividende zahlen. „Ich kann den Aktionären die gute Nachricht überbringen, daß wir die in diesem Jahr gezahlte Dividende von 1,25 Euro auch für das gewachsene Unternehmen beibehalten wollen“, sagte Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann am Dienstag in Frankfurt. Schimmelmann hatte lange um die BHW geworben. Die Post-Tochter sprach am Dienstag von einem „perfekten Fit der unterschiedlichen Produktschwerpunkte“. Die Postbank - selbst bereits Deutschlands größte Filialbank mit 12 Millionen Kunden - hatte vor allem wegen des starken Vertriebs ein Auge auf die BHW geworfen. Beide zusammen kämen nun auf 14,5 Millionen Privatkunden, hieß es.

„Sinnvoller Zukauf“

Analysten sprachen in ersten Reaktionen von einem sinnvollen Zukauf. Der Preis sei geringer als erwartet ausgefallen, sagte HVB-Analyst Andreas Weese. Die Anleger sahen es ähnlich: Postbank-Aktien legten 4,5 Prozent auf 45,78 Euro zu und waren damit größter Kursgewinner im Nebenwerte-Index MDax. Dagegen verloren BHW-Scheine fast fünf Prozent auf 15,15 Euro. Die im SDax notierten Aktien hatten von den Aussichten auf ein sich hochschaukelndes Bieterverfahren profitiert.

Die Postbank will keine Risiken der bisherigen BHW-Tochter AHBR übernehmen, wie Vorstandschef von Schimmelmann stets betont hatte. Die krisengeschüttelte Immobilienbank, die mehrmals wegen fehlgeschlagener Zinsspekulationen in Schieflage geraten war und immer wieder von ihren Eignern gestützt werden musste, wird vom BHW abgetrennt und soll verkauft werden. Finanzkreisen zufolge haben mehrere Investoren, überwiegend aus dem Ausland, Interesse angemeldet. Dennoch sei die zunächst an eine Treuhandgesellschaft ausgegliederte AHBR nur schwer verkäuflich; auch eine Liquidation als Ganzes oder in Teilen schließt die AHBR selbst nicht aus.

Vollzug im Januar 2006

Der Verkauf der BHW wird voraussichtlich im Januar 2006 vollzogen. „Wir planen im Jahr 2009 ein Synergiepotential von rund 90 Millionen Euro vor Steuern zu realisieren, die sich in seinem voll eingeschwungenen Zustand auf mehr als 140 Millionen Euro erhöhen soll“, teilte Deutschlands größte Filialbank mit. Dem stünden Integrationskosten von 173 Millionen Euro gegenüber, die vor allem 2006 und 2007 zu Buche schlagen würden.

In den nächsten zwei Jahren rechnet die Postbank nur mit geringen Ergebnisbeiträgen aus Hameln. Erst mittelfristig sei deutlicher Ergebnisbeitrag der BHW zu erwarten:“Wir rechnen in 2009 mit rund 130 Millionen Euro und nach 2010 mit einem signifikanten Ergebnisbeitrag von mehr als 170 Millionen Euro vor Steuern durch das BHW“, teilte das Institut mit.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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