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Banken Nach Bilanzskandal rollt Klagewelle auf Fannie Mae zu

25.09.2004 ·  Gegen den größten amerikanischen Immobilienfinanzierer Fannie Mae wurden in Amerika gleich mehrere Sammelklagen eingereicht. Der Vorwurf lautet, Finanzergebnisse falsch dargestellt und Bilanzen manipuliert zu haben.

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Wegen eines milliardenschweren Wertverlustes an der Börse als Folge fehlerhafter Bilanzierung rollt auf den größten amerikanischen Immobilienfinanzierer Fannie Mae eine Klagewelle zu.

Bei amerikanischen Bundesgerichten wurden allein am Freitag mindestens vier Sammelklagen gegen Fannie Mae und deren Spitzenmanager einschließlich ihres Chefs Franklin Raines eingereicht. Darin wird dem Unternehmen vorgeworfen, Finanzergebnisse falsch dargestellt und Bilanzen manipuliert zu haben, um bei Investoren den Eindruck geringen Risikos bei einem stetig wachsenden Unternehmen zu erwecken.

Börsenwert schon um zwölf Milliarden Dollar gesunken

Seit der Aufdeckung irregulärer Buchungsmethoden bei dem halbstaatlichen Immobilienfinanzierer in dieser Woche durch Aufsichtsbehörde OFHEO sind die Fannie-Mae-Aktien um 15 Prozent abgesackt. Der Marktwert des Unternehmens schrumpfte damit um rund zwölf Milliarden Dollar.

„Das Unternehmen hat zahlreiche andere irreführende Erklärungen abgegeben und der Öffentlichkeit falsche und irreführende Finanzberichte vorgelegt, die die Illusion erweckt haben, Fannie Mae sei sicher mit stetig wachsenden Gewinnen und weitgehend immun gegen Zinsschwankungen,“ hieß es in einer Erklärung der Anwaltskanzlei Milberg Weiss Bershad & Shulman LLP. Eine Fannie-Mae-Sprecherin nahm zu den Klagen nicht Stellung.

Rechtmäßigkeit früherer Bilanzen in Frage gestellt

In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hatte die Immobilien-Aufsichtsbehörde OFHEO mitgeteilt, sie habe bei Untersuchungen bei Fannie Mae irreguläre Buchungsmethoden entdeckt, mit denen größere Ausschläge bei den Quartalsergebnissen verhindert worden seien. Damit werde die Rechtmäßigkeit früher erstellter Bilanzen und die Qualität der firmeninternen Kontrollen in Frage gestellt.

Auch die amerikanische Börsenaufsicht SEC habe eine informelle Prüfung eingeleitet. Die Untersuchungen der OFHEO bei Fannie Mae begannen 2003 kurz nach Bekanntwerden eines milliardenschweren Bilanzskandals beim Schwesterinstitut Freddie Mac. Dieser resultierte in einer zivilrechtlichen Strafe von 125 Millionen Dollar und einer aufwendigen Neubilanzierung für mehrere Jahre.

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