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Banken Lone Star hat für die IKB 115 Millionen Euro bezahlt

27.08.2008 ·  Bisher haben sich die Beteiligten geweigert, genaue Angaben darüber zu machen, wieviel Geld der Finanzinvestor Lone Star für die Mittelstandsbank IKB bezahlt hat. Eine interne Aufstellung über die Stützmaßnahmen, die der F.A.Z. vorliegt, zeigt: Es waren 115 Millionen Euro.

Von Holger Appel
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Der amerikanische Finanzinvestor Lone Star hat für die IKB Deutsche Industriebank 115 Millionen Euro bezahlt. Das geht aus einer internen Aufstellung über die Stützungsmaßnahmen hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Die Beteiligten haben sich bisher geweigert, hierzu genaue Angaben zu machen. Es hieß nur, Lone Star habe einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ bezahlt.

Wie berichtet, summiert sich die Rettung der privaten IKB bislang auf 10,7 Milliarden Euro. Die Hauptlast tragen der Bund und die staatseigene Förderbank KfW, einen kleineren Teil die privaten Bankinstitute. Das Verhältnis beträgt etwa 10 zu 1. Zudem hat die KfW Wertpapiere aus dem Bestand der IKB übernommen, deren Bewertung sich Lone Star nicht zutraute - die mithin als ausfallgefährdet gelten dürfen. Das Risiko hieraus summiert sich auf 750 Millionen Euro.

Widerstand von verschiedenen Seiten angekündigt

Das Rettungspaket und der Verkauf werden aller Voraussicht nach breiten Raum auf der an diesem Donnerstag in Düsseldorf stattfindenden Hauptversammlung der IKB einnehmen. Rund 2000 Aktionäre haben sich angemeldet. Von verschiedenen Seiten wurde schon Widerstand angekündigt. Der Bund der Steuerzahler teilte mit, er werde sich nicht damit zufriedengeben, „dass für das milliardenschwere IKB-Schlamassel niemand verantwortlich sein will. Die Verantwortlichen sind nicht nur in der IKB, sondern auch in der Kreditanstalt für Wiederaufbau, in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und im Bundesministerium der Finanzen zu suchen.“

Video: Amerikanische Beteilgungsgesellschaft übernimmt IKB

Jetzt werde die IKB fast zum Nulltarif verhökert, Steuerzahler und Mittelstand schauten wieder in die Röhre und würden erneut zur Kasse gebeten. „Prekär ist zudem, dass die IKB jetzt ausgerechnet an einen Investor verscherbelt wird, der sich bisher nicht durch besondere Mittelstandsförderung ausgezeichnet hat“, wettert der Bund der Steuerzahler. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hatte zuvor in der ARD gesagt, in der Regierung müsse Verantwortung für das Desaster übernommen werden. Er beklagte, „dass 12 Milliarden Euro an Steuergeldern mal eben versenkt werden und niemand in der Regierung sagt, er trägt die Verantwortung“. Westerwelle verwies auf ein bevorstehendes Gespräch mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und bestätigte, dass die Liberalen auf der Fraktionsklausur Mitte September über einen Untersuchungsausschuss entscheiden wollen.

Verantwortung ehemaliger Führungskräfte wird untersucht

Die Verantwortung der ehemaligen Vorstände und Aufsichtsräte der IKB ist unterdessen weiterhin Gegenstand von Untersuchungen. Dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Stefan Ortseifen war fristlos, ohne Übergangsgeld und ohne Abfindung, gekündigt worden, wogegen er Klage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht hat. Auch die ausgeschiedenen Vorstände Volker Doberanzke und Markus Guthoff erhielten kein Übergangsgeld und keine Abfindung. Aufgrund der Neuaufstellung des Jahresabschlusse zum 31. März 2007 wurde bis auf die Mindesttantieme die variable Vergütung zurückgefordert. „Die Herren Ortseifen, Doberanzke, Guthoff, Braunsfeld sowie auch der bis zum 31. Dezember 2006 dem Vorstand angehörige Herr Neupel haben eine Rückzahlung abgelehnt“, heiß es hierzu im Geschäftsbericht. Der Aufsichtsrat prüfe weiterhin die etwaige Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen Mitglieder des Vorstands.

Der Aufsichtsrat selbst ist ebenfalls Gegenstand von Untersuchungen. Seine Entlastung wurde auf der vergangenen Hauptversammlung vertagt. Eine Sonderprüfung soll dessen Rolle beleuchten. Auch am Donnerstag soll die Entlastung des „Alt-Aufsichtsrats“ vertagt werden, ebenso die des weiterhin amtierenden Vorstandsmitglieds Claus Momburg. Die entlassenen Vorstände sollen nicht entlastet werden, die neu bestellten dagegen schon.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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