11.04.2006 · Die Deutsche Bank ist von der Londoner Finanzaufsichtsbehörde zu einer Geldstrafe von 9,3 Millionen Euro verurteilt worden. Die Strafe wurde wegen Regelverstößen im Pakethandel mit Scania-Aktien und bei Kapitalerhöhung von Cytos verhängt.
Die Deutsche Bank ist von der Londoner Finanzaufsichtsbehörde zu einer Geldstrafe von 6,4 Millionen Pfund (9,3 Millionen Euro) verurteilt worden. Die Financial Services Authority (FSA) wirft der Bank vor, im Frühjahr 2004 im Aktienhandel in zwei Fällen gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen zu haben. In einem Fall des Pakethandels mit Scania-B-Aktien seien zudem nicht die vorgeschriebenen Regeln des Marktstandards eingehalten worden.
Die Deutsche Bank hatte die Fehltritte im Aktienhandel nach einer internen Untersuchung vor zwei Jahren selbst der FSA gemeldet. Der Hauptverantwortliche für die Regelverstöße, der damalige Chef des europäischen Aktienhandels, David Maslen, mußte die Bank nach internen Disziplinarmaßnahmen vor einiger Zeit verlassen. Gegen ihn lief zudem ein getrenntes Verfahren der FSA. Maslen muß der FSA persönlich wegen der Regelverstöße 350000 Pfund zahlen, eine der höchsten und strengsten Strafen, die die FSA bisher gegen eine Einzelperson erlassen hat. Der damalige Chef für das Aktien-Kapitalmarktgeschäft (Head of Equity Capital Markets), Jo Manko, hat ebenfalls die Bank verlassen. Die Strafe, die die Bank zu entrichten hat, ist die dritthöchste, die die FSA jemals verhängt hat.
Schwere Regelverstöße
Eine Sprecherin der Deutschen Bank betonte, die Bank bedauere, daß in den beiden Handelstransaktionen vor zwei Jahren nicht nach dem hohen Standard vorgegangen worden sei, den sie von ihren Mitarbeitern erwarte. Es handele sich aber um Einzelfälle unter Mitwirkung nur einer kleinen Zahl von Mitarbeitern. Im übrigen habe die FSA der Bank kein bewußtes Fehlverhalten oder systematisches Versagen vorgehalten. Seither habe die Deutsche Bank die internen Strukturen noch einmal verändert. Die Bank gehe davon aus, daß die internen Strukturen in diesem Geschäftsbereich nun auf höchstem Stand seien, sagte die Sprecherin.
Die schwersten Regelverstöße beziehen sich auf den Pakethandel der Deutschen Bank in Scania-B-Aktien im März 2004. Damals kaufte die Bank von der schwedischen Gesellschaft Volvo ein Aktienpaket von 64 Millionen Scania-B-Aktien, um die Papiere dann über ein Bookbuildingverfahren wieder an institutionelle Anleger zu verkaufen. Die FSA wirft der Deutschen Bank vor, daß Maslen während des Bookbuilding auf Rechnung des Eigenhandels über außenstehende Makler Scania-B-Aktien kaufen ließ. Diese Aktienkäufe hätten kursstützend gewirkt. Die FSA wirft Maslen zwar nicht vor, bewußt Kursmanipulation verfolgt zu haben. Aber seine Transaktionen grenzten an Manipulation, was die Schwere der Strafe gegen ihn erklärt. Maslen selbst hatte die Transaktionen am Ende des Handelstages seinem Vorgesetzten und der Kontrollabteilung (Compliance) gemeldet. Die Deutsche Bank leitete darauf eine interne Untersuchung ein und informierte die Londoner Finanzaufsicht.
Gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen
Die Deutsche Bank wurde von der FSA darüber hinaus bestraft, weil sie im Aktienhandel im März 2004 bei einer Kapitalerhöhung der schweizerischen Biotechnologie-Gesellschaft Cytos ebenfalls gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen habe. Damals habe der Deutschen Bank ein Zürcher Händler in Mankos Auftrag verbotenerweise Aktien außerhalb des mit der FSA vereinbarten Rahmens für die Kurspflege gekauft.
Im Prinzip haben Maslens Transaktionen über den Eigenhandel dem Markt eine Nachfrage nach den betroffenen Aktien vorgespielt, die eigentlich nicht der Realität entsprach. Die Transaktionen legen nahe, daß mit ihnen möglicherweise die Aktienplazierung bei dem Scania-Aktienpaket und die Mehrzuteilungsoption bei der Cytos-Kapitalerhöhung erleichtert werden sollte. Beide Fälle ereigneten sich, als Kevin Parker für das Aktiengeschäft in London verantwortlich war. Im Oktober desselben Jahres übernahm der Chef des Bereiches Global Markets, Anshu Jain, im Zuge einer internen Restrukturierung das Aktiengeschäft und integrierte dies in den heute allumfassenden Bereich Global Markets. Kevin Parker wechselte an die Spitze der Vermögensverwaltung (Asset Management).
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |