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Banken-Kommentar : Sewings Europa

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, während der Jahreshauptversammlung im Mai 2018 in Frankfurt. Bild: AP

Deutsche-Bank-Chef Sewing wirbt für einen europäischen Bankenchampion. Gut möglich, dass in dieser Zukunftsvision sein Geldhaus nur eine kleine Rolle spielen wird.

          Christian Sewing hat sich in seiner Rede vor dem Wirtschaftsrat der CDU für paneuropäische Zusammenschlüsse von Banken ausgesprochen, weil dies die einzige Möglichkeit sei, auf Dauer in einem globalen Wettbewerb zu bestehen. Damit bezieht der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank eine nachvollziehbare und naheliegende Position.

          Sie ist aber auch umstritten: Entgegengehalten werden solchen Projekten gewöhnlich Gefahren vor unkontrollierbar großen Banken sowie die Sorge, dass länderübergreifende Zusammenschlüsse als Folge kultureller Differenzen nicht gut funktionieren. Die beiden Einwände besitzen Gewicht, aber die Logik des Bankgeschäfts mit Unternehmen und auf Kapitalmärkten erfordert international handlungsfähige Großbanken.

          Kulturelle Differenzen lassen sich nicht abschaffen, wohl aber jene Regulierungen, die verhindern, dass in Europa ein einheitlicher Kapitalmarkt entsteht, auf dem Banken und Unternehmen sich frei bewegen können, ohne einer wachsamen Aufsicht zu entgehen. Die transatlantische politische Entfremdung mag dazu beitragen, dass europäische Unternehmen künftig mehr globale Präsenz von europäischen Banken erwarten.

          Ob die Deutsche Bank zu diesen Häusern gehören wird, ist heute alles andere als klar. Gut möglich, dass in Sewings Europa die Deutsche Bank nur eine kleine Rolle spielen wird.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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