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Banken In der Anlageberatung winken viele Chancen

15.08.2005 ·  Arbeitsmarkt: Im Privatkundengeschäft sind Verkaufstalente gefragt. Besonders wichtig sind Aquise und Kundenpflege. Interessenten sollten sich bei der Stellensuche jedoch nicht auf die etablierten Großbanken beschränken.

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Stellenabbau und Filialschließungen prägen derzeit das öffentliche Bild der deutschen Bankbranche. Tatsächlich bietet die Kreditwirtschaft Karrierechancen. Nur sollten Interessenten ihre Suche nicht auf die etablierten Großbanken beschränken.

Kleinere Anbieter wie die ING Diba oder Spezialinstitute wachsen häufig schneller. Doch auch bei den Großbanken dürfte der Stellenabbau weitgehend abgeschlossen sein. Die Deutsche Bank sucht bereits wieder rund 750 Fachleute, hauptsächlich für den Vertrieb auf ihrem deutschen Heimatmarkt.

Chancen bieten sich vor allem im Privatkundengeschäft, sowohl im breiten Filial- und Online-Geschäft wie auch in der gehobenen Anlageberatung. Gerade bei der Vermögensverwaltung und der privaten Altersvorsorge werden Spezialisten gesucht. So drängen derzeit zahlreiche ausländische Banken nach Deutschland. Immerhin ist dies der bedeutendste Markt in Europa bei der Betreuung von privatem Geldvermögen. Besonders angriffslustig ist derzeit die Schweizer Großbank UBS, die zuletzt zahlreiche Kundenberater eingestellt hat.

Die Aquise und Kundenpflege ist entscheidend

„Vor allem Fachkräfte im Vertrieb, aber auch im Risikomanagement werden derzeit besonders stark gesucht“, hat Bankenberater Christoph Pape von Christoph Pape & Partner in Frankfurt beobachtet. „Wegen der bevorstehenden Welle bei der privaten Altersvorsorge hat der Vertrieb insgesamt gute Perspektiven.“ Allerdings käme es darauf an, daß die Bewerber abschlußorientiert und verkaufswillig seien. Gerade darauf hätten die Banken in der Vergangenheit zu wenig geachtet, mit der Folge, daß sie eine Lücke schufen, in die Finanzvertriebe wie AWD oder MLP stoßen konnten.

Nicht mehr die Kenntnis des letzten Details eines neuen Produkts ist heute gefragt - diese Informationen hat künftig jeder Berater ständig auf seinem Computer verfügbar. „Vertriebsexperten müssen heute vor allem den Verkaufsprozeß beherrschen“, meint ein Personalberater. Sie müssen in der Lage sein, Kunden zu akquirieren, eine Kundenbindung aufzubauen und zu pflegen. Der Berater muß die Finanzbedürfnisse kennenlernen und beurteilen können.

Praktika als Ausgleich mangelnder Vertriebskenntnisse?

Ein Manko machen Fachleute an den deutschen Universitäten aus. Diese bilden zwar qualifizierte Betriebswirte aus, bereiten die Bewerber aber zu wenig für eine Karriere im Bankvertrieb vor. Deshalb empfehlen Unternehmensberater durchweg, die Lücke durch Praktika zu schließen. „Interessenten sollten sich jedoch nicht auf Banken beschränken“, rät Pape. „Besser ist es, praktische Erfahrung in einem vertriebsorientierten Unternehmen zu sammeln.“ Auch eine Station bei einer Versicherungsgesellschaft bietet sich an, um Fähigkeiten im Verkauf zu trainieren.

Die neuen Anforderungen verändern auch die Karrierewege. „Die traditionelle Kaminkarriere funktioniert in Zukunft nicht mehr“, sagt Pape. Früher wurde die typische Bankkarriere entscheidend in der Zentrale, in den Frankfurter Bankentürmen, geprägt. Junge Talente mußten versuchen, eine Aufgabe im Vorstandsstab zu bekommen, um sich dem Vorstand zu empfehlen. Wer aus der Filiale kam, blieb meistens auch dort. „Heute jedoch bieten die Banken Vergütungsmodelle an, die auch im Filialbereich attraktiv sind und interessante Karrieren ermöglichen“, sagt Pape. „Heute herrscht die Karriere am Kunden vor.“

Quelle: hlr., F.A.Z., 13.08.2005, Nr. 187 / Seite V18
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