04.05.2005 · Der Milliardenverlust aus dem vergangenen Jahr ist noch in guter Erinnerung, jetzt schreibt die Hypo-Vereinsbank wieder schwarze Zahlen. Gerade im wichtigen Heimatmarkt sinkt allerdings der Gewinn.
Nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr ist die Hypo-Vereinsbank (HVB) dank eines starken Handelsergebnisses mit einem kräftigen Gewinnanstieg ins erste Quartal 2005 gestartet und hat die Erwartungen von Analysten übertroffen.
Deutschlands zweitgrößte Geschäftsbank bekräftigte ihr Ziel, im laufenden Jahr die Kapitalkosten zu verdienen. „Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, erklärte HVB-Chef Dieter Rampl am Mittwoch in München. „Alle Geschäftsfelder liefern substantielle Ergebnisbeiträge.“
Erstes Quartal: 336 Millionen Euro Gewinn
Die Bank halte an der angepeilten Eigenkapitalrendite von acht bis neun Prozent nach Steuern fest und sehe sich dabei auf gutem Wege. Im Auftaktquartal übertraf das Institut ihre eigene Meßlatte mit 11,6 Prozent deutlich. Unter dem Strich verdienten die Münchener von Januar bis März 336 Millionen Euro und übertrafen so die durchschnittliche Prognose der Analysten um gut 40 Millionen Euro. Im Vorjahr standen angepaßt an den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 56 Millionen Euro zu Buche.
Zum Vergleich: Die Deutsche Bank, das einzige im internationalen Vergleich einigermaßen wettbewerbsfähige inländische Kreditinstitut, hatte im Auftaktquartal 1,1 Milliarden Euro Nettogewinn verbucht.
Vergangenes Jahr: 2,3 Milliarden Verlust
Die HVB hatte 2004 rund 2,5 Milliarden Euro Abschreibungen auf faule Immobilienkredite vorgenommen und angekündigt, Not leidende Finanzierungen im Volumen von 15 Milliarden Euro in einer eigenen Einheit zu bündeln.
Auf Dauer will sich die Bank von diesem Portfolio - genannt Real Estate Restructuring (RER) - trennen. Im vergangenen Jahr fiel so ein Fehlbetrag von fast 2,3 Milliarden Euro an. Damit hat das Kreditinstitut in den zurückliegenden drei Jahren etwa sechs Milliarden Euro Verlust verbucht.
Gewinnrückgang auf dem Heimatmarkt
Auch vor Steuern schnitt die HVB in den ersten drei Monaten mit einem Gewinn von 565 (Vorjahr 206) Millionen Euro besser als erwartet ab. Haupttreiber war das Handelsergebnis, das mit 322 (265) Millionen Euro die durchschnittlichen Analystenprognose von 239 Millionen deutlich übertraf. Zinsüberschuß und Provisionsüberschuß trafen hingegen mit 1,404 (1,286) Milliarden Euro beziehungsweise 757 (701) Millionen Euro fast punktgenau den von Reuters erhobenen Konsens.
Auf dem wichtigen Heimatmarkt mußte die HVB mit 202 (Vorjahr 285) Millionen Euro einen kräftigen Gewinnrückgang vor Steuern hinnehmen. Das Geschäftsfeld Österreich und Osteuropa konnte hingegen mit 216 (130) Millionen Euro deutlich zulegen. Auch im Firmenkunden- und Investmentbanking (Corporates & Markets) stieg der Vorsteuergewinn mit 263 (141) Millionen Euro. Die Immobilienrestrukturierungssparte RER verringerte ihren Verlust vor Steuern um mehr als 90 Prozent auf 23 (242) Millionen Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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