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Banken HVB bestätigt Fusionsgespräche

30.05.2005 ·  Die zweitgrößte deutsche Bank HVB hat Gespräche mit der italienischen Großbank Unicredito über einen möglichen Zusammenschluß bestätigt. Das geht an der Commerzbank nicht spurlos vorbei.

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Die Hypo-Vereinsbank (HVB) und die italienische Großbank Unicredito Italiano haben Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluß bestätigt. Bisher sei noch keine Vereinbarung erzielt worden. Der Ausgang der Gespräche sei noch offen, teilte die Hypo-Vereinsbank am Montag in München mit.

„Bisher wurde noch keine Vereinbarung erzielt, und der Ausgang der Gespräche ist noch offen", teilte die HVB am Montag in München mit. Weitere Stellungnahmen solle es vorerst nicht geben.

HVB-Aktie legt zu

Der größte Aktionär der HVB, der Rückversicherer Münchener Rück, hat sich abermals offen für einen Zusammenschluß der Bank mit einem anderen Finanzinstitut gezeigt. „Vernünftigen Konsolidierungsüberlegungen stehen wir nicht im Wege", bekräftigte ein Sprecher. Eine weitere Stellungnahme lehnte er ab. Die Münchener Rück hält gut 18 Prozent an der zweitgrößten deutschen Bank.

Die Analysten von Equinet erhöhten nach der Mitteilung das Kursziel für HVB-Aktien auf 20,30 Euro. Die Empfehlung für die Papiere der zweitgrößten Bank Deutschlands beließen die Analysten auf „Hold". Die Der Kurs der HVB-Aktien legte am Montag zu Beginn des Handels um rund 1,6 Prozent auf 20,46 Euro zu.

Und die Commerzbank?

Über einen Zusammenschluß der beiden Banken gibt es bereits seit Monaten Spekulationen, da sich die Geldhäuser regional ergänzen würden und beide im vielversprechenden Osteuropa-Geschäft gut aufgestellt sind. Angeregt durch die Gespräche gibt es weitere Phantasie im Bankenmarkt. Das „Wall Street Journal“ berichtet, die Deutsche Bank bereite gemeinsam mit ausländischen Instituten die Übernahme der Commerzbank vor: Commerzbank wieder im Visier.

HVB schürt die Gerüchte

In Kreisen von Unicredito war am Freitag zu hören, es gebe seit langer Zeit lockere Gesprächskontakte zur HVB, doch habe sich in den vergangenen Wochen nichts an der bestehenden Situation geändert. Gleichwohl hat HVB-Vorstandssprecher Dieter Rampl selbst Ende April die Spekulationen weiter geschürt, als er Unicredito in einem Gespräch mit dieser Zeitung als "attraktiven Partner" bezeichnete.

Die Tageszeitung "Wall Street Journal Europe" berichtete, Unicredito und HVB seien in "fortgeschrittenen Gesprächen". Die Italiener strebten an, die zweitgrößte deutsche Bank für rund 16 Milliarden Euro per Aktientausch zu übernehmen. Das entspräche einer Prämie von knapp 13 Prozent gegenüber dem Schlußkurs vom Mittwoch. Unicredito wird zur Zeit mit rund 26,8 Milliarden Euro bewertet. Die HVB-Aktie, die am Donnerstag um mehr als 5 Prozent nach oben geschossen war, notierte am Freitag im Handelsverlauf in einem stabilen Marktumfeld mit leichten Abschlägen bei 20,08 Euro. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Donnerstag zurück. Die Aktie von Unicredito wurde in Mailand im Handelsverlauf knapp behauptet bei 4,17 Euro gehandelt.

Durch Milliardenabschreibungen geschwächt

Die Gerüchte um Unicredito und die HVB kursieren bereits seit Jahresanfang. Die Münchner Bank ist durch Milliardenabschreibungen auf Immobilienaltlasten und ihr ertragsschwaches Inlandsgeschäft geschwächt. Ihr umfangreiches und hochprofitables Osteuropageschäft würde sich nach Meinung von Branchenfachleuten aber gut mit dem von Unicredito ergänzen. Alessandro Profumo, der Vorstandschef von Unicredito, hat immer wieder generelles Interesse an Übernahmen im Ausland bekundet. Allerdings gibt es dafür auch Hürden: Denn Profumos Unicredito gilt als ertragsstärkste italienische Bank. Eine langwierige Fusion mit ungewissen Kommandostrukturen, eine verlustträchtige Umstrukturierung und womöglich weiterer Wertberichtigungsbedarf bei der HVB könnten den Ruf von Unicredito als Erfolgsbank beschädigen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, F.A.Z.
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