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Banken Gutachten wirft IKB Versäumnisse vor

17.10.2007 ·  Mangelndes Risikomanagement, unzulängliche Informationen, fehlende Kontrollen: All das kommt nach und nach bei der IKB ans Licht. Jetzt haben Aufsichtsrat und Vorstand weitreichende personelle, organisatorische und strukturelle Beschlüsse gefasst.

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Die personellen und strukturellen Aufräumarbeiten bei der durch risikoreiche nordamerikanische Hypothekenportfolien („Subprime“) in Not geratenen IKB Deutsche Industriebank AG erreichen ihren Höhepunkt. Nach Vorlage der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC durchgeführten Sonderuntersuchung haben Aufsichtsrat und Vorstand am Montag weitreichende personelle, organisatorische und strukturelle Beschlüsse gefasst. „Die Ursachen der Krise sind jetzt klar. Der Risikoschirm ist vereinbart, und die verbleibenden Risiken sind beherrschbar“, beschrieb der bei Krisenausbruch Ende Juli vom Großaktionär, der staatlichen KfW, als Vorstandsvorsitzender zur IKB entsandte Günther Bräunig den verbesserten Zustand der Bank.

Die akute Krise sei bewältigt, und es gebe einen klaren Restrukturierungsplan zur schnellen Rückkehr in die Gewinnzone. Das Risikomanagement werde neu aufgestellt und die Bilanz im laufenden Geschäftsjahr bereinigt. Mit dem implementierten neuen Geschäftmodell, das sich wieder auf die mittel- und langfristige Mittelstandsfinanzierung beschränkt, sei die Grundlage für die Neuausrichtung gelegt, sagte Bräunig vor der Presse in Düsseldorf. Auch die Börse fasste im Verlauf des Tages Vertrauen. Der Kursverlust von anfangs mehr als 8 Prozent wurde zum großen Teil abgebaut.

„Wir haben einem starken Partner viel zu bieten“

Der IKB-Chef auf Zeit, der nach Abschluss seiner Arbeit wieder in den KfW-Vorstand zurückkehren will, sieht damit nun auch den Zeitpunkt für einen Aktionärswechsel gekommen. Die KFW ist grundsätzlich zu einem Rückzug entschlossen und lässt ihre Optionen von der Investmentbank Merrill Lynch prüfen. „Falls sie ihr gesamtes Paket von gut 37 Prozent anbietet, müsste ein einzelner Käufer dann auch dem Streubesitz ein Übernahmeangebot machen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die Interessensbekundungen aus dem In- und Ausland sind zahlreich. „Wir haben einem starken Partner viel zu bieten“, versprach Bräunig. Die IKB sei nicht nur der Mittelstandsfinanzierer Deutschlands schlechthin. Sie besitze auch erhebliches Wachstumspotential in der Akquisitions- und Projektfinanzierung ihrer Niederlassungen in London, Paris, Mailand und Madrid.

Der inzwischen weitgehend ausgewechselte Vorstand hat diese Stärken nach Ansicht von PWC vor allem in den beiden zurückliegenden Jahren blauäugig mit einem die Tragfähigkeit der IKB bei weitem übersteigenden Risikoportfolio befrachtet. Allein das von der Zweckgesellschaft Rhineland Funding bis zum 31. Juli auf 13,2 Milliarden Euro hochgeschraubte Portfolio, davon 52 Prozent mit höherem Ausfallrisiko, habe mit Liquiditätszusagen von mehr als 8 Milliarden Euro die Risikotragfähigkeit der Bank bei weitem überstiegen. Der Sonderprüfer wirft nach Angaben von Bräunig dem Altvorstand unzureichendes Risikomanagement und unzulängliche Informationen an den Aufsichtsrat vor. Die Entscheidungskompetenz bei Anlagen in den Zweckgesellschaften sei viel zu groß gewesen, die Kontrolle der Wertpapieranlagen habe sich auf die damals guten Bewertungen der Rating-Agenturen verlassen. Der Aufsichtsrat sei über das Risikopotential erstmals auf dem Krisengipfel Ende Juli informiert worden.

Weitere Vorstände ausgeschieden

Wie bereits berichtet, sind am Montag mit Frank Braunsfeld und Markus Guthoff der amtierende Risikovorstand und sein Vorgänger aus der Bank ausgeschieden (siehe dazu auch: IKB verliert weitere Vorstände). Gleichzeitig ist der frühere Depfa-Finanzvorstand Reinhard Grzesik für dieses seit dem Abgang von Volker Doberanzke verwaiste Ressort bestellt worden. Der bisher für Firmenkunden zuständige Claus Momburg überlebt als einziger die Vorstandserneuerung und soll das Risikomanagement verantworten.

Der Krisenauslöser Rhineland Funding wird nach den neuen Bilanzierungsregeln (IFRS) rückwirkend im Abschluss 2006/ 2007 (31. März) konsolidiert. Damit wird sich das bisher ausgewiesene Betriebsergebnis von 263 Millionen Euro um bis zu 180 Millionen Euro verschlechtern. An dem für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Jahresfehlbetrag nach den neuen Bilanzregeln von bis zu 700 Millionen Euro hielt Bräunig fest. Nur nach alter Bilanzierungsform nach dem Handelsgesetzbuch werde zusätzlicher Restrukturierungsaufwand wahrscheinlich einen um 50 Millionen auf etwa 500 Millionen Euro steigenden Jahresfehlbetrag verursachen.

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28.05.2012 17:45 Uhr
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