Deutschlands größte Hypothekenbank hat den Nachsteuergewinn in den ersten neun Monaten 2003 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um 12,8 Prozent auf 248,3 Millionen Euro gesteigert. Auch für das Gesamtjahr 2003 sowie für 2004 stellte der designierte Eurohypo-Chef Bernd Knobloch eine positive Gewinnentwicklung in Aussicht. Es bleibe bei dem für 2005 angestrebten Börsengang, sagte Knobloch, der den noch amtierenden Bankchef Karsten von Köller im Januar ablösen soll. Die Gesamtaktiva der Bank belaufen sich auf 215 Milliarden Euro.
Die hohe Abschreibung der Commerzbank AG auf ihre Eurohypo-Beteiligung räume ein Hindernis für den Börsengang aus dem Weg, sagte Knobloch weiter. Denn die bislang hohe Bewertung, mit der die Commerzbank ihre Euryhypo-Beteiligung von 32 Prozent in den Büchern hatte, hätte sich bei der Preisfeststellung für die Eurohypo-Aktie als hinderlich erweisen können. Die Commerzbank hatte am Mittwoch mitgeteilt, auf ihre Eurohypo-Beteiligung einen dreistelligen Millionenbetrag abgeschrieben zu haben. Neben der Commerzbank halten die Deutsche Bank AG und die Dresdner Bank/Allianz ähnlich große Beteiligungen an der Eurohypo. Zwei Prozent der Aktien sind in Streubesitz. Das Papier lag am Donnerstag nachmittag wenig verändert bei 16,60 Euro.
Im operativen Geschäft sieht sich die Eurohypo gut in Fahrt. Der Gewinn vor Steuern betrug laut Quartalsbericht in den ersten neun Monaten 307 Millionen Euro, 26 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahrsperiode. Zins- und Provisionsüberschuß stiegen um fast 15 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Anstiegs sei dabei auf die drei neuen Geschäftseinheiten in Deutschland, den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien entfallen, die die Eurohypo von der Deutschen Bank und Dresdner Kleinwort Wasserstein gekauft hat. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft ist allerdings um rund 60 Prozent auf 270 Millionen Euro gestiegen, der Verwaltungsaufwand um 10 Prozent auf 356,9 Millionen Euro. Die Talsohle bei der Risikovorsorge sei nun aber erreicht, sagte Knobloch. Für das Gesamtjahr würden die prognostizierten 550 Millionen Euro ohne Berücksichtigung der Garantien der Großaktionäre aber erreicht. Diese werden 2003 für rund 180 Millionen Euro und 2004 für mehr als 200 Millionen Euro gerade stehen. Im kommenden Jahr werde die Risikovorsorge insgesamt rund 500 Millionen Euro betragen. (bf./vwd)
