20.03.2006 · Die Dresdner Bank will über Wachstum und Kostensenkungen profitabler werden. Damit reagiert sie auf den wachsenden Druck der Konzernmutter Allianz. Einen weiteren Stellenabbau schloß Dresdner-Chef Walter nicht aus.
Die Dresdner Bank will über Wachstum und Kostensenkungen im laufenden Jahr profitabler werden. Damit reagiert die Bank auf den wachsenden Druck der Konzernmutter Allianz. Einen weiteren Stellenabbau schloß Dresdner-Chef Walter nicht aus.
„Selbstverständlich bleibt die Kosteneffizienz auch in 2006 für uns ein zentrales Thema“, sagte Dresdner-Chef Herbert Walter am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen, das sich im vergangenen Jahr auf 88,9 Prozent im Vergleich zu 85,2 Prozent im Vorjahr verschlechterte, sei verbesserungswürdig. Er machte auch deutlich, daß sich die Bank mit der Zielrendite von 12 Prozent im Jahre 2008 ein ambitioniertes Ziel gesetzt habe. “Um auf die 12 Prozent zu kommen, werden wir an allen Stellschrauben drehen müssen“, sagte er.
„Strukturelle Maßnahmen“ nicht ausgeschlossen
Einen Stellenabbau schloß Walter nicht aus. Sollte es hierzu kommen, dürften wohl eher Zentralfunktionen betroffen sein. Walter trat dem Eindruck entgegen, daß die Zielrendite vor allem durch Kostenreduzierung erreicht werden soll. “Wir werden das Wort Abbau nicht mehr so häufig benutzen können, da unser Fokus nun auf Wachstum liegt“, sagte er. Gleichwohl gestand er ein, daß die Profitabilität auch durch „strukturelle Maßnahmen“ verbessert werden müsse.
Im vergangenen Jahr hatte die Bank mit einer Nettorendite von neun Prozent nach 4,3 Prozent 2004 ihr Ziel erreicht, die Kosten auf das eingesetzte Kapital zu verdienen. Allerdings war der Gewinn durch den Verkauf zahlreicher Beteiligungen aufgebläht, hinzu kam eine außergewöhnlich niedrige Risikovorsorge. Um Sondererträge bereinigt hätte die Bank lediglich 5,0 Prozent Rendite erzielt. Internationale Konkurrenten kommen heute häufig auf das Dreifache oder mehr. Walter bekräftigte, bis 2008 auf zwölf Prozent Netto-Rendite kommen zu wollen.
Rüge der Konzernmutter
Fünf Jahre nach der Übernahme der Dresdner durch die Allianz für 24 Milliarden Euro hinkt das Geldhaus nach wie vor den anderen Bereichen des Finanzkonzerns hinterher. Vergangene Woche hatte die Allianz-Spitze gerügt, bei der Bank sei die Senkung der Kosten ins Stocken geraten. Dabei waren die Anstrengungen der vergangenen Jahre enorm: Der Verwaltungsaufwand hatte noch 2001 bei knapp acht Milliarden Euro gelegen, 2005 waren es 5,3 Milliarden Euro.
In den vergangenen vier Jahren haben die Frankfurter 11.000 Stellen gestrichen. Zuletzt arbeiteten noch knapp 28.800 Mitarbeiter bei dem Institut. Dennoch hatte es vor einigen Monaten Berichte über den bevorstehenden Abbau von weiteren 2000 bis 3000 Beschäftigten gegeben.
Walter hält an Dresdner Kleinwort Wasserstein fest
Kritik übte er allerdings am Abschneiden der Investmentbank-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), die 2005 einen operativen Gewinnrückgang verbuchte. Die Sparte, über deren Verkauf mehrfach spekuliert worden war, soll nun unter dem früheren HVB-Banker Stefan Jentzsch mit dem Firmenkundengeschäft gebündelt werden.
Details nannte Walter hierzu nicht, bekräftigte aber sein Festhalten an beiden Teilbereichen. „Das Corporate und Investmentbanking ist ein integraler Bestandteil der Dresdner Bank“, sagte er. Abermals suchte Walter Zweifel an dem Verbleib von DrKW zu zerstreuen. Die Einheit sei integraler Bestandteil der Dresdner Bank, stellte er klar.
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