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Banken Die Deutsche Bank übertrifft die Erwartungen

 ·  Die Deutsche Bank AG hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 680 Millionen Euro nach Steuern, während die Analysten überwiegend mit 550 Millionen Euro gerechnet hatten. Allerdings gab es einen Gewinneinbruch in der Vermögensverwaltung.

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Die Deutsche Bank AG, der führende deutsche Finanzkonzern, hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 680 Millionen Euro nach Steuern, während die Analysten überwiegend mit 550 Millionen Euro gerechnet hatten. Damit hat die Deutsche Bank in den ersten neun Monaten 2004 einen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 145 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vor Steuern stieg das Quartalsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf eine Milliarde Euro. Allerdings mußte die Deutsche Bank Einbußen im Kapitalmarktgeschäft hinnehmen, die zum Teil durch einen Rückgang der Kosten, eine Senkung der Risikovorsorge und Sondererträge auseglichen wurden. Dennoch hält die Bank am Ziel fest, bis Ende 2005 eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern zu erreichen. Im dritten Quartal stieg sie auf 16 Prozent. Börsig bezeichnete dieses Ziel als ehrgeizig.

Einige Geschäftsbereiche seien im dritten Quartal von ungünstigen Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten beeinträchtigt worden, sagte Vorstandssprecher Josef Ackermann in einer Mitteilung. "Wir haben daher wichtige Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung eingeleitet", wird Ackermann zitiert.

Die angekündigten Restrukturierungen könnten noch in diesem Jahr eingeleitet werden, deutete Finanzvorstand Clemens Börsig an. "Ich kann Restrukturierungskosten nicht ausschließen", sagte Börsig in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Es ist aber nichts Dramatisches zu erwarten." Den Großteil der Belastungen habe die Bank durch den Stellenabbau im Privatkundengeschäft hinter sich. Vor kurzem hatte die Bank beschlossen, auch das Kapitalmarktgeschäft zu straffen (F.A.Z. vom 15. Oktober).

Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht der Bereich "Global Markets", der nun neben Zins- und Währungsprodukten auch das Aktiengeschäft umfaßt. Die neue Struktur soll die Abläufe verschlanken und die Marktdurchdringung erhöhen. Details zu den geplanten Kostensenkungen will Ackermann erst Anfang Februar kommenden Jahres nennen. Am 3. Februar legt die Deutsche Bank ihre Jahreszahlen vor.

Erwartet werden einschneidende Veränderungen auch im Bereich Vermögensverwaltung und vermögende Privatkunden, an dessen Spitze der bisherige Leiter des Aktiengeschäfts, Kevin Parker, gewechselt ist. In diesem Segment hat die Bank einen Gewinneinbruch erlitten. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern stürzte in den vergangenen zwölf Monaten von 231 Millionen auf 100 Millionen Euro. Analysten vermuten, daß die Bank hohe Abflüsse beim verwalteten Anlagevermögen erleidet.

Belastungen erlitt die Deutsche Bank im dritten Quartal auch im Kapitalmarktgeschäft. Auf der Ertragsseite wirkten sich niedrigere Erträge aus dem Aktienhandel negativ auf das Gesamtergebnis aus. Lediglich 400 Millionen Euro erlöste die Bank im Aktiengeschäft noch, nach 745 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Vor allem im Handel auf eigene Rechnung schnitt die Bank schlechter ab. Dieser Rückgang konnte im Zinsgeschäft nur teilweise aufgefangen werden. Hier stiegen die bereinigten Erträge um 97 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro. Ähnlich ist das Bild im Emissions- und Beratungsgeschäft: Bei Unternehmensanleihen, an Schwellenmärkten und bei hochverzinslichen Anleihen entwickelte sich das Emissionsgeschäft positiv, während das Geschäft im Aktienbereich zurückging. Im Investmentbanking sank das Ergebnis vor Steuern um 27 Prozent von 762 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 555 Millionen Euro. Auch gegenüber Ende September 2003 übersteigt der Rückgang 20 Prozent. Mit dieser Entwicklung im Kapitalmarktgeschäft unterscheidet sich die Deutsche Bank von anderen Investmentbanken, die ihre Quartalszahlen bereits vorgelegt haben. So verzeichnete zwar auch JP Morgan Einbußen im Handelsergebnis, erlitt diese aber vor allem im Zinsgeschäft.

Im Kreditgeschäft gingen die Erträge der Deutschen Bank ebenfalls kräftig zurück. Mit 224 Millionen Euro lagen sie um 34 Prozent unter den Erträgen im dritten Quartal 2003. Weil die Risikoaufschläge für Absicherungsgeschäfte (Hedging) im Kreditgeschäft gesunken seien, hätten die Marktwerte der Darlehen entsprechend angepaßt werden müssen. Aber auch das gesamte Volumen der Kredite, die die Bank gewährt hat, sei gesunken, heißt es.

Der Ergebniseinbruch in der Vermögensverwaltung konnte durch das Privatkundengeschäft etwas aufgefangen werden. Im Bereich Vermögensverwaltung und Privatkunden (PCAM) insgesamt fiel der Ergebnisrückgang moderater als im Kapitalmarktgeschäft aus. Das Ergebnis vor Steuern fiel von 380 Millionen Euro im zweiten Quartal um 9,5 Prozent auf 344 Millionen Euro. Gegenüber dem dritten Quartal 2003 stieg das Ergebnis vor Steuern um 5,5 Prozent auf 344 Millionen Euro. Die berichteten Erträge der Bank sanken gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuß und das Handelsergebnis fielen um 5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte die Deutsche Bank Kosten senken. So hat sie die Risikovorsorge im Kreditgeschäft gegenüber dem Vorjahr auf 83 Millionen Euro fast halbiert. Börsig erwartet für das Restjahr keinen "starken Anstieg" der Risikovorsorge mehr. Nach den ersten neun Monaten lag sie bei 361 Millionen Euro, verglichen mit 1,1 Milliarden Euro für 2003.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen fielen um mehr als 6 Prozent unter die Marke von 4 Milliarden Euro. Der Personalaufwand fiel um 10 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Dank Sondererträgen in Höhe von 222 Millionen Euro wurde der Rückgang der Gesamterträge teilweise ausgeglichen. Der Gewinn je Aktie profitierte von einer niedrigen Steuerquote von nur 32 Prozent und stieg auf 1,42 Euro. (hlr.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2004, Nr. 254 / Seite 14
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