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Banken Deutschland-Chef verläßt Dresdner Kleinwort Wasserstein

06.06.2005 ·  Erich Pohl, der bisherige Deutschland-Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), hat die deutsch-britische Investmentbank verlassen. Die Investmentbank trat Gerüchten über einenn größeren Stellenabbau entgegen.

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Erich Pohl, der bisherige Deutschland-Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), hat die deutsch-britische Investmentbank verlassen. Nach offizieller Lesart ist Pohl nach 13 Jahren "aus persönlichen Gründen" ausgeschieden. Doch haben dabei anscheinend auch millionenschwere Verluste im Frankfurter Anleihehandel der Bank eine Rolle gespielt (F.A.Z. vom 19. April). Steve Bellotti, seit neun Monaten Chef des Globalen Kapitalmarktgeschäfts, hat jedenfalls unlängst eine Stärkung des Risikomanagements angeordnet. Unabhängig davon soll das Geschäft "Corporate Finance" neu aufgestellt werden. Ein Sprecher wies Spekulationen als "völlig überzogen" zurück, daß in diesem Zuge 100 bis 200 Arbeitsplätze abgebaut würden.

Mit Pohl verliert der Konzern einen seiner prominentesten Investmentbanker. Wie ein Sprecher mitteilte, wird die Funktion des Deutschland-Chefs bei DrKW nicht wieder besetzt. Bellotti betonte aber, daß Deutschland ein Schlüsselmarkt für DrKW sei und bleibe. Pohls Aufgabe als Treasurer der Dresdner-Bank-Gruppe wird bis auf weiteres von Johannes Boller übernommen. Pohls Funktion als einer von drei Co-Chefs des globalen Kapitalmarktgeschäfts wird gestrichen, seine Aufgabe als Leiter des Kapitalmarktgeschäfts Deutschland wird ab sofort von einem vierköpfigen Komitee wahrgenommen.

Bellotti hat vorige Woche in einer internen Ansprache angekündigt, man werde in Zukunft für mehr Transparenz im Risikomanagement sorgen. Jede Geschäftseinheit werde einen Verantwortlichen für das Risikomanagement erhalten. Zudem werde man sich stärker als bisher auf das Kundengeschäft konzentrieren und den Eigenhandel reduzieren. Beide Ankündigungen deuten darauf hin, daß die Bankspitze damit Konsequenzen aus den im April aufgedeckten Unregelmäßigkeiten im Anleihehandel zieht. Seinerzeit hatte die Bank mehrere Händler vom Dienst suspendiert. Von seiten der Bank heißt es, die Unregelmäßigkeiten hätten einen Verlust in der Größenordnung eines einstelligen Millionenbetrags verursacht.

Unabhängig davon steht im Geschäftsfeld Corporate Finance & Origination ein - wie es heißt: kleinerer - Umbau an. Dabei gehe es um eine Fokussierung auf die ertragreichsten Geschäftsfelder. Hintergrund sei, daß diese Einheit seit dem Ausscheiden von Steve Berger im März nun von John Dryer und Don Meltzer geleitet werde. Im Zuge dieses Führungswechsels könnten einige höhergestellte - und damit teurere - Manager in diesem Geschäftsfeld ihren Job verlieren, ist dazu aus der Bank zu hören. (bf.)

Quelle: F.A.Z., 07.06.2005, Nr. 129 / Seite 21
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