01.08.2006 · Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im zweiten Quartal getrieben von einem starken Investmentbanking deutlich ausgebaut. Die Verunsicherung über die Fortsetzung des weltweiten Wirtschaftswachstums läßt die Bank aber vorsichtiger in die Zukunft schauen.
Die Deutsche Bank hat angesichts der schwachen Aktienmärkte im zweiten Quartal einen Verlust im Eigenhandel verbuchen müssen und gibt sich nun vorsichtiger.
Die durch Inflationsängste hervorgerufene Verunsicherung über die Fortsetzung des weltweiten Wirtschaftswachstums sei geeignet, die Finanzmärkte zu beeinträchtigen, erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann der Schweizer am Dienstag in Frankfurt.
Gewinnsteigerung bei schwachem Handelsergebnis
Mittel- und langfristig seien die Aussichten für das Institut jedoch günstig. „Wir haben im zweiten Quartal bewiesen, daß wir auch in einem schwierigen Marktumfeld ein erfreuliches Resultat erwirtschaften können“, fügte er hinzu. Getrieben durch ein starkes Investmentbanking und Zuwächse in den anderen Sparten steigerte die Bank ihren Gewinn binnen Jahresfrist um rund ein Drittel auf 1,23 Milliarden Euro und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten.
Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus kamen vorbörslich dennoch unter Druck. Bei Lang& Schwarz verzeichneten die Papiere ein Minus von 1,8 Prozent. Mehrere Analysten verwiesen auf das schwache Handelsergebnis. Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz ergänzte, Ackermanns Ausblick zeige, daß die Bank kurzfristig nicht sehr optimistisch sei. Im ersten Quartal hatte die Bank noch einen Rekordgewinn von 1,71 Milliarden Euro eingefahren.
Eigenkapitalrendite bei 29 Prozent
Im Zeitraum April bis Ende Juni verbuchten die Frankfurter eine Eigenkapitalrendite von 29 (Vorjahr 25) Prozent. Gemeinsam mit den starken ersten drei Monaten 2006 ergibt sich damit zur Jahresmitte eine Rendite von 35 (29) Prozent. Das sind zehn Punkte mehr als die von Ackermann geforderten 25 Prozent. Zuletzt hatte dieser aber bereits Luft nach oben angedeutet. Die Erträge im Konzern legten um 15 Prozent auf 6,80 Milliarden Euro zu, während sich der Verwaltungsaufwand im vergangenen Quartal um zwölf Prozent auf 4,84 Milliarden erhöhte.
Ganz unberührt von dem Einbruch der Aktienmärkte ab Mitte Mai blieb der inländische Branchenprimus nicht. So mußte der Eigenhandel einen Verlust ausweisen, womit das Handelsergebnis mit 1,72 (Vorjahr 1,59) Milliarden Euro den Analysten-Konsens um fast eine halbe Milliarde Euro verfehlte. Zins- und Provisionsüberschuß übertrafen hingegen mit 1,87 (1,61) beziehungsweise 2,95 (2,35) Milliarden Euro die Erwartungen. Die Risikovorsorge bezifferte die Deutsche Bank auf 78 (80) Millionen Euro.
Zukäufe nicht ausgeschlossen
Hauptertragssäule war einmal mehr die Firmenkunden- und Investmentbank (CIB), die auf bereinigter Basis mit 1,4 (Vorjahr 0,8) Milliarden Euro fast drei Viertel des Vorsteuergewinns erwirtschaftete. Die deutlichsten Zuwächse verzeichnete der Bereich festverzinsliche Wertpapiere sowie das Emissions- und Beratungsgeschäft. Selbst im Aktienbereich, der auch den Handel für Dritte umfaßt, konnte die Bank die Erträge um knapp ein Viertel ausbauen. Die zweite Konzernsäule, Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM), steigerte das bereinigte Vorsteuerergebnis um 32 Prozent auf 490 Millionen Euro.
Konzernchef Ackermann bekräftigte seine Bereitschaft zu Zukäufen. „Wir verfolgen weiter die Strategie, sowohl aus eigener Kraft als auch durch ergänzende Zukäufe zu wachsen“, erklärte er. Erst vor drei Wochen hatte die Bank die Übernahme des
börsennotierten amerikanischen Immobilienfonds Mortgage IT im Gesamtwert von 338 Millionen Euro angekündigt. Ende Juni hatte Deutschlands Nummer eins zudem für 680 Millionen Euro den Zuschlag für die Berliner Bank erhalten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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