28.10.2005 · Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal ihren Gewinn um 46 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro gesteigert und mit dem Rekordergebnis die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.
Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im dritten Quartal 2005 dank eines starken Investmentbankings deutlich gesteigert. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekräftigte zudem erneut die Renditeprognose für das laufende Jahr.
Der Gewinn vor Steuern sei im dritten Quartal um 87 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro geklettert, teilte die größte deutsche Bank am Freitag in Frankfurt mit. Der Verkauf von Daimler-Chrysler-Aktien habe vor Steuern 337 Millionen Euro gebracht.
Der Überschuß legte vor allem wegen negativer Steuereffekte aus dem Verkauf von Daimler-Chrysler-Aktien, die den Nachsteuergewinn aus dem Verkauf auf 37 Millionen Euro drückten, nicht so stark zu wie der Gewinn vor Steuern. Unter dem Strich verdiente die Bank im dritten Quartal 991 Millionen Euro und damit 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie legte um 48 Prozent auf 1,89 Euro zu.
Dividende soll deutlich steigen
Die Deutsche Bank hat ihre Bereitschaft bekräftigt, die Dividende für das laufende Jahr deutlich zu erhöhen. Die Ausschüttung werde „substanziell“ höher als im Vorjahr ausfallen, sagte Finanzchef Clemens Börsig am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er habe in der Vergangenheit bereits von einer Größenordnung zwischen zwei Euro und 2,50 Euro je Aktie gesprochen. Wie die Dividende exakt ausfalle unterliege der Entscheidung des Aufsichtsrats, dem er nicht vorgreifen wolle. 2004 hatten die Aktionäre 1,70 Euro je Anteilsschein erhalten. Eine Dividenerhöhung hatte der Branchenprimus bereits Ende Juli angekündigt.
Auf den ersten Blick sieht das sehr, sehr gut aus“, sagte HVB-Analyst Andreas Weese. Der Branchenprimus habe seine Erlöse im Handel und im Verkauf von Aktien- und Anleiheprodukten überraschend kräftig gesteigert. Insbesondere das Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft habe positiv überrascht. „Die Zahlen sind sehr gut“, meint auch Sal. Oppenheim-Analyst Metehan Sen. „Die haben ihr Geschäft im Griff.“ Börsianer wiesen jedoch darauf hin, daß an den Finanzmärkten ein gutes Abschneiden der Deutschen Bank im dritten Quartal erwartet worden sei.
Die Deutsche Bank hat sich im Rahmen ihres Stellenabbaus im dritten Quartal mit 1000 Mitarbeitern über die Auflösung ihrer Arbeitsverträge geeinigt. Damit sei bis Ende September mit 4600 Mitarbeitern eine Einigung über ihr Ausscheiden erzielt worden, hieß es. Die Bank will weltweit insgesamt 6400 Stellen streichen - 5500 davon im laufenden Jahr und 2300 in Deutschland. Derzeit beschäftigt das Kreditinstitut 63.751 Mitarbeiter, dank Neueinstellungen waren es sogar 99 mehr als drei Monate zuvor. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2000 hatte die Deutsche Bank noch knapp 90.000 Beschäftigte. Die Personalkosten wuchsen im laufenden Geschäftsjahr trotz des erneuten Stellenabbaus um zehn Prozent, weil den Investmentbankern aufgrund der florierenden Geschäfte höhere Provisionen gezahlt wurden.
Nur JPMorgan und Citigroup erfolgreicher
Im Investmentbanking, das unter anderem den Wertpapierhandel und die Beratung bei Fusionen und Börsengängen umfaßt, sind weltweit nur die amerikanischen Banken JPMorgan und Citigroup erfolgreicher als die Deutsche Bank. In dieser Sparte kletterten die Erträge im dritten Quartal um 41 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, im Privatkundengeschäft und der Vermögensverwaltung um zehn Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Für Übernahmen bleibe man offen, Wachstum solle aber vor allem aus eigener Kraft erzielt werden, sagte Bank-Chef Ackermann. In den ersten neun Monaten lag die Eigenkapitalrendite der Bank vor Steuern bei 28 Prozent und damit sogar über dem Ziel von 25 Prozent.
Nach dem Verkauf eines Aktienpakets von 3,5 Prozent an Daimler-Chrysler hält die Deutsche Bank noch 6,9 Prozent der Anteile an dem Autokonzern (Börsenwert: 3,1 Milliarden Euro). Außerdem ist die Deutsche Bank mit 2,4 Prozent am Versicherungs- und Finanzkonzern Allianz (1,1 Milliarden Euro) und mit zehn Prozent am Industriegas-Hersteller Linde (0,7 Milliarden Euro) beteiligt.
Rekordergebnis für Deutsche Bank
Stefan Suhrer jun. (Suhrer)
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Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
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A. Ro-Nori (Steuerzahler)
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| Name | Kurs | Prozent |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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