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Banken Deutsche Bank segnet neue Führungsstruktur ab

 ·  Anshu Jain, bisher Leiter des Zinsgeschäfts der Deutschen Bank, wird zusätzlich den Bereich Aktienhandel verantworten. Ein neuer Deutschland-Chef koordiniert das Kundengeschäft der Bank.

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Anshu Jain, bisher Leiter des Zinsgeschäfts der Deutschen Bank, wird zusätzlich den Bereich Aktienhandel verantworten. Dies hat die Deutsche Bank am Dienstag beschlossen. Gleichzeitig hat sie die Führungsstruktur im Kapitalmarktgeschäft verschlankt: Künftig steht diesem Bereich neben Jain noch Michael Cohrs vor, der die Leitung des Bereichs Langfristige Finanzierungen (Corporate Finance) behält. Jürgen Fitschen scheidet aus der Führung des Kapitalmarktgeschäfts aus. Ihm wird die neu geschaffene Position als Leiter des Firmenkundengeschäfts in Deutschland übertragen. Kevin Parker, bisher Leiter Aktien, übernimmt die Führung der Vermögensverwaltung. In einer Mail an die Mitarbeiter haben Jain und Cohrs am Dienstag den Namen Fitschens nicht erwähnt.

Unsicher war bis zuletzt, ob Tom Hughes die Leitung der Vermögensverwaltung behält. Die Bank gab nun bekannt, Hughes habe "aus persönlichen Gründen um eine Beurlaubung gebeten, um sich dringenden familiären Angelegenheiten widmen zu können". Er bleibt Mitglied des erweiterten Vorstands (Group Executive Committee). Damit hat Deutschlands größte Bank ihre neue Führungsstruktur weitgehend so beschlossen, wie dies erwartet worden war.

Überraschend ist lediglich, daß Fitschen nicht nur die Führung des deutschen Geschäfts übertragen wurde, sondern auch die neu geschaffene Position als Koordinator für die Aktivitäten der Regionalchefs für Amerika und Asien sowie die der europäischen Länderchefs. Diese Funktion soll die Betreuung wichtiger Kunden der Bank in einer Hand bündeln. Damit tritt Fitschen die Produktverantwortung an Cohrs und Jain ab. Diese neue Funktion soll einer Mitteilung der Bank zufolge eine "enge Koordination" der Kundenkontakte und einen "verbesserten Auftritt" im Heimatmarkt der Bank sicherstellen. "Damit verfolgen wir konsequent den Weg, unser erklärtes Ziel einer bereinigten Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent bis Ende 2005 zu erreichen", wird Vorstandssprecher Josef Ackermann in der Mitteilung zitiert.

Begründet wurde die Umstrukturierung damit, daß die Deutsche Bank die Leistungen für die Kunden verbessern und das Gewicht der Regionen im erweiterten Vorstand stärken wolle. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Konzernvorstand seien im Zuge dieser Umstrukturierung nicht verändert worden. Damit bleibt die Deutsche Bank einer der wenigen internationalen Finanzkonzerne, in dessen Vorstand nur Stabsbereiche wie Personal, Rechnungswesen und EDV vertreten sind, aber niemand aus dem operativen Geschäft.

Die Zusammenlegung des Aktien- und des Zinsgeschäfts galt in der Branche als überfällig, da die Grenzen zwischen den einzelnen Produkten heute fließend sind. Auch wurde diese Neuordnung dahingehend gedeutet, daß Ackermann nach seinem Freispruch im Mannesmann-Prozeß nun die Führung der Bank wieder straffer in die Hand nimmt.

Quelle: hlr. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2004, Nr. 221 / Seite 18
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