31.07.2007 · Die Deutsche Bank kehrt ins Versicherungsgeschäft zurück und übernimmt in Großbritannien Abbey Life für 1,445 Milliarden Euro. Seit dem Jahr 2000 nimmt der Lebensversicherer keine Kunden mehr an.
Die Deutsche Bank hat den Zuschlag für den Lebensversicherer Abbey Life der fünftgrößten britischen Bank Lloyds TSB erhalten. Das größte deutsche Geldhaus zahle 1,445 Milliarden Euro (977 Pfund) in bar, teilten die Deutsche Bank und Lloyds am Dienstagvormittag in London mit.
Der Kaufpreis entspricht 104 Prozent des so genannten „Embedded Value“. Dies eine Kennzahl, die den Wert des Versicherungsbestandes misst. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Kapitalmarktprodukte für Versicherer
Die Deutsche Bank betonte, das Versicherungsgeschäft sei eine gute Ergänzung und werde ihre Position als einer der führenden Anbieter von Kapitalmarktlösungen für die Versicherungsbranche weiter stärken.
„Wir sind zuversichtlich, dass Abbey Life stabile Erträge liefert und unsere internen Vorgaben erfüllen wird“, wird Michele Faissola, Head of Global Rates bei der Deutschen Bank, in einer Mitteilung zitiert. Abbey Life wurde in einem Auktionsprozess verkauft.
Die Börse reagierte positiv auf die neue Akquisition der Deutschen Bank. Der Aktienkurs tendierte an der Frankfurter Börse um 2,8 Prozent im Plus bei 99,67 Euro.
Abbey Life nimmt keine Kunden mehr auf
Nach dem Rückzug des Rückversicherers Swiss Re war nach Medienberichten vom Montag neben der Deutschen Bank zuletzt noch der britische Versicherer Pearl Group im Rennen.
Abbey Life verwaltet rund 17 Milliarden Euro und nimmt als geschlossene Lebensversicherung seit 2000 keine Kunden mehr auf.
Deutsche Bank will geschlossene Lebenspolicen anbieten
Die größte deutsche Bank hatte Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr bereits mit einem Gebot für GE Life versucht, in den Markt für geschlossene Lebensversicherungen vorzustoßen. Damals kam dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, allerdings die Swiss Re zuvor. Die Schweizer zahlten für GE Life, eine Tochter des amerikanischen
Mischkonzerns General Electric, 465 Millionen Pfund.
Die Deutsche Bank besaß bis in die neunziger Jahre deutsche Versicherer. So gehörte ihr die Nürnberger Versicherung und der Deutsche Herold. Als sich die Bank jedoch zu einem Abbau ihrer Industriebeteiligungen entschloss, verkaufte sie auch ihre Versicherer.
Zurück ins Versicherungsgeschäft
Allerdings geschieht der neue Einstieg in die Versicherungsbranche unter völlig neuen Vorzeichen. Die Beteiligungen an deutschen Versicherern hatte zum Ziel, Versicherungspolicen über den Bankschalter zu verkaufen und auf diese Weise das Potential im Privatkundengeschäft besser auszunutzen.
Die Übernahme von Abbey Life dagegen soll in erster Linie das Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank stärken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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