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Banken Der West LB droht ein Milliardenverlust

21.01.2008 ·  Die Fehlspekulationen und die Belastungen aus der Finanzmarktkrise treffen die Düsseldorfer West LB wesentlich härter als bisher gedacht. In einer Krisensitzung haben das Land Nordrhein-Westfalen und seine Sparkassen nun die Möglichkeiten einer Kapitalsanierung besprochen.

Von Werner Sturbeck
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Die Fehlspekulationen aus dem ersten Halbjahr und die Belastungen aus der im Sommer offenkundig gewordenen Finanzmarktkrise treffen die Düsseldorfer West LB wesentlich härter, als von der öffentlich-rechtlichen Bank bisher prognostiziert wurde. Bereits am Donnerstag waren die Aktionäre informiert worden, dass sich für das Geschäftsjahr 2007 ein Jahresverlust von etwa 1,2 Milliarden Euro abzeichnet, wie aus Eigentümerkreisen zu erfahren war. Dabei wurde am Wochenende allein aus den Geschäften mit risikoreichen verbrieften Krediten (Subprime-Anlagen) ein Wertberichtigungsbedarf von bis zu 1,2 Milliarden Euro kolportiert.

In einem weiteren Krisengespräch am Sonntagabend standen die Modalitäten einer Kapitalsanierung und der erforderliche Arbeitsplatzabbau in dem mit 5900 Beschäftigten gemessen am Geschäftsumfang überbesetzten Bankkonzern im Mittelpunkt. Nach Informationen dieser Zeitung soll nun ein Drittel des Personals ausscheiden. Davon wären jeweils 1000 Beschäftigte im In- und Ausland betroffen. Den Informationen zufolge sind sich die Gesellschafter einig, dass die West LB zwei Milliarden Euro benötigt, um die durch den Verlust und die Konsolidierung weiterer Zweckgesellschaften abschmelzende Eigenkapitalausstattung wieder zu verbessern. Denn bereits im dritten Quartal 2007 war die Kernkapitalquote von 8,1 Prozent auf alarmierende 6,5 Prozent eingebrochen.

Landesbürgschaft als Alternative

Am Sonntag sollte zum einen geprüft werden, welche Werte die Bank in ihrem in den letzten Jahren bereits ausgedünnten Beteiligungsvermögen noch zur Stärkung mobilisieren kann. Vorstellbar sei zum Beispiel der Verkauf von Anteilen wie an der Deka-Investmentfondsgesellschaft, hieß es. Die Stimmung im Gesellschafterkreis der West LB, die zu jeweils gut 25 Prozent den beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbänden sowie direkt und indirekt zu 48,5 Prozent dem Land gehört, ist angespannt.

Die Neigung der Sparkassen, der West LB neues Barkapital zuzuführen, soll gegen null tendieren. Im Landeshaushalt ist kein Spielraum für die von dieser Seite erforderliche fast eine Milliarde Euro. So werden gegenwärtig Alternativen gesucht. Das könnten eine Landesbürgschaft und die Einbringung von Beteiligungen der Sparkassenverbände wie an der Wertpapierbank sein.

Vor-Steuerverlust von 116 Millionen Euro

Bereits Mitte Dezember waren die Themen Restrukturierung und Kapitalbedarf in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro auf die Tagesordnung der ersten Aufsichtsratssitzung in diesem Jahr gesetzt worden. Damals war der Blick jedoch noch nach vorn gerichtet. Mit dem frischen Kapital sollte die Bank nicht nur restrukturiert, sondern auch für Fusionsverhandlungen mit der Hessen-Thüringer Landesbank Helaba gestärkt werden. Darüber hinaus sollte ihr der Zukauf von Privatkunden- und Firmengeschäft - zum Beispiel durch ein Angebot für die vom IKB-Großaktionär zum Kauf ausgeschriebene Beteiligung an der angeschlagenen Mittelstandsbank - ermöglicht werden.

Aber nun ist die Krisenbewältigung in den Vordergrund gerückt. Der in den begonnenen Arbeiten für den Jahresabschluss 2007 gegenwärtig auf 1,2 Milliarden Euro taxierte Verlust basiert auf einem Wertansatz für Subprime-Anlagen, bei dem noch nicht klar ist, ob er die Vorgaben der Bankenaufsicht erfüllt. Er könnte am Ende also größer oder - eher unwahrscheinlich - auch kleiner ausfallen.

Die Sparkassen hatten im Sommer im Alleingang eine Einbringung der Bank in den Konzern der baden-württembergischen Landesbank LBBW vorbereitet. Nach scharfem Widerstand des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) willigten sie Mitte Dezember in die Neuausrichtung und Restrukturierung der Bank sowie Fusionsverhandlungen mit der Helaba ein. Wenige Tage zuvor hatte die West LB für die ersten drei Quartale einen Vor-Steuerverlust von 116 Millionen Euro bekanntgegeben und einen Jahresverlust im niedrigen dreistelligen Millionenbereich prognostiziert.

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