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Banken Commerzbank plant Abbau von mindestens 300 Stellen

13.07.2005 ·  Auch die Commerzbank wird weitere Arbeitsplätze abbauen, um profitabler zu werden. In der Kreditbearbeitung des sollen 300 Arbeitsplätze wegfallen. Zusätzlich sind 300 Stellen im Vertrieb gefährdet.

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Nach der Deutschen Bank wird auch die Commerzbank weitere Arbeitsplätze abbauen, um profitabler zu werden.

Commerzbank-Vorstandsmitglied Martin Blessing sagte der Zeitung „Handelsblatt“, Deutschlands drittgrößte börsennotierte Bank werde in der Kreditbearbeitung des inländischen Mittelstandsgeschäfts 300 Arbeitsplätze streichen. Weitere 300 Stellen seien im Vertrieb gefährdet. Letztere könnten aber gerettet werden, wenn Erträge und Gewinne der Sparte in den nächsten zwei Jahren um acht beziehungsweise 15 Prozent zulegten.

Renditeziel erreichen

Blessing, der als Rechte Hand von Vorstandschef Klaus-Peter Müller gilt, wird in den kommenden Wochen Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen. „Wir werden versuchen, so viele Mitarbeiter wie möglich an Bord zu halten und zugleich unser Renditeziel zu erreichen“, sagte der für das Mittelstandsgeschäft zuständige Blessing. Die Commerzbank zählt Firmen mit einem Jahresumsatz von 2,5 bis 250 Millionen Euro zu ihren mittelständischen Kunden. Sie hat gut 50.000 solcher Firmenkunden. Seit Anfang 2004 sind 6000 hinzu gekommen, weitere 3000 sollen bis Ende 2006 folgen.

Die Commerzbank hat bereits in den vergangenen Monaten rund 900 Stellen beim Umbau des lange defizitären Investmentbankings gestrichen. Noch beschäftigt das Frankfurter Kreditinstitut 32.600 Mitarbeiter, rund 3.000 davon im Mittelstandsbereich. Vor einigen Jahren hatte die Bank noch 39.000 Beschäftigte. Bankchef Müller, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) ist, hatte zuletzt gesagt, weitere Stellenstreichungen im deutschen Kreditgewerbe stünden bevor. Die hiesigen Banken sind im Vergleich zu ihren ausländischen Rivalen weniger rentabel, was sie zu Übernahmezielen macht.

Börse honoriert die Ankündigung

Um die Rendite zu steigern, hatte der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank Anfang des Jahres den Abbau von weltweit 6.400 Stellen angekündigt und wegen des zeitgleich vermeldeten Gewinnsprungs massive Kritik von Politikern und Gewerkschaften geerntet. Die Commerzbank hatte - anders als die Deutsche Bank - in den vergangenen Jahren aber hohe Verluste eingefahren und war erst 2004 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

An der Börse legten die Aktien der Commerzbank um mehr als ein Prozent auf 18,34 Euro zu, während der Deutsche Aktienindex (Dax) nur um 0,2 Prozent anzog. Banken-Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz sagte, die Zahl der wegfallenden Stellen sei recht hoch. „Das zeigt, daß die Renditeziele nicht nur Lippenbekenntnisse sind und die Bank wirklich auf dem Weg ist, die Rendite zu erhöhen.“ Mittelfristig könne die Bank ihre Kostenbasis um jährlich 30 bis 50 Millionen Euro senken.

In Blessings sogenannter Mittelstandsbank soll die Rendite bis 2007 auf 17 Prozent vor Steuern steigen. Im vergangenen Jahr waren es rund fünf Prozent. In diesem Jahr rechnet Blessing mit neun Prozent - dem Niveau des ersten Quartals.

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