02.05.2006 · Die Commerzbank hat ihren Gewinn im ersten Quartal 2006 um 87 Prozent gesteigert und dabei von einem hohen Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung an der koreanischen Bank KEB profitiert.
Die Commerzbank hat ihren Gewinn im ersten Quartal 2006 um 87 Prozent gesteigert und dabei von einem hohen Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung an der koreanischen Bank KEB profitiert.
Der Überschuß in den ersten drei Monaten sei auf 740 Millionen Euro geklettert, teilte Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank am Dienstag überraschend mit. Darin enthalten ist ein Sonderertrag aus der KEB-Transaktion von 407 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Überschuß von 655 Millionen Euro gerechnet.
Steigerung im operativen Geschäft
Operativ verdienten die Frankfurter mit 959 Millionen Euro 77 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weitere Details sollen am Donnerstag veröffentlicht werden. Am Mittwoch will zudem Branchenprimus Deutsche Bank über das erste Quartal berichten. Hier erwarten Analysten einen um gut ein Fünftel gesteigerten Gewinn von 1,34 Milliarden Euro nach Steuern.
Die Commerzbank hatte Ende Februar über 52 Millionen KEB-Aktien - gut acht Prozent aller Anteile - veräußert. Damit halten die Frankfurter noch 6,5 Prozent an der KEB, die vor einem Eigentümerwechsel steht. Dieses Paket kann allerdings nur im Einverständnis mit dem KEB-Mehrheitseigentümer Lone Star abgegeben werden.
Neben der KEB ist die Commerzbank mit rund zehn Prozent am Wiesbadener Industriegase-Spezialisten Linde beteiligt. Hier sieht Bankchef Klaus-Peter Müller früheren Angaben zufolge beim Ausstieg keinen Zeitdruck. Getrennt hat sich das Geldhaus 2005 bereits von Aktienpaketen an Heidelberger Druck, MAN und den ausländischen Banken Intesa und Unibanco.
An der Börse fiel die Aktie der Commerzbank nach der überraschenden Veröffentlichung der Zahlen bis zum Mittag um 1,13 Prozent auf 32,48 Euro.
Analysten positiv überrascht
Nach Meinung der HypoVereinsbank hat die Commerzbank im ersten Quartal von einem stärkeren Wertpapierhandel profitiert. Dieser könnte zu einem höheren Handelsergebnis und höheren Provisionseinnahmen geführt haben, sagen die Analysten. Aus den wenigen Daten, die die Bank am Dienstag veröffentlicht habe, ließen sich jedoch nur schwer Schlüsse ziehen, wie das überraschend gute Ergebnis zustande gekommen sei.
Als „sehr positiv“ beurteilt auch Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), im Gespräch mit Dow Jones Newswires die Eckdaten. Der Konzernüberschuß liege dabei über den Konsensschätzungen. Die Sondereffekte aus dem KEB-Verkauf lägen im Rahmen der Erwartungen, so daß vor allem ein besseres operatives Geschäft diese positive Überraschung ausgelöst habe, so der Analyst.
Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank mit einem Überschuß von 1,17 Milliarden Euro ihr zweitbestes Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Bis zum Ende des Jahrzehnts will sie den Rückstand zu den großen europäischen Instituten aufholen und auf eine Nettorendite von 15 Prozent kommen.
Nummer zwei in Deutschland
Mit der vollständigen Übernahme der Eurohypo ist die Commerzbank zum 1. April zur Nummer zwei in Deutschland hinter der Deutschen Bank aufgestiegen und verfügt damit über einen großen Geschäftsbereich zur Immobilienfinanzierung.
Eurohypo-Vorstandschef Bernd Knobloch rückte in den Vorstand der Mutter auf. Voll konsolidiert wird die Hypothekenbank im zweiten Quartal, von Januar bis März wurde sie noch als Beteiligung in den Büchern geführt. Vom Zwischenbericht am Donnerstag erwarten Analysten auch Angaben zum Stand der Integration der neuen Tochter.
Die Commerzbank hatte vor wenigen Tagen angekündigt, daß sie 110 neue Filialen plant, um ihr Privatkundengeschäft auszubauen. In den vergangenen Jahren hatte die Bank 7.400 Arbeitsplätze gestrichen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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