01.11.2005 · Die Schweizer Großbank UBS hat ein Zwischenergebnis vorgelegt, das selbst die optimistischsten Analysten-Prognosen deutlich übertrifft. Neues Geld für das Private Banking kommt immer mehr auch aus Asien.
Die Schweizer Großbank UBS hat ein Zwischenergebnis vorgelegt, das selbst die optimistischsten Analysten-Prognosen deutlich übertrifft. Der weltgrößte Vermögensverwalter verzeichnete einen Rekord-Zufluß von Neugeldern reicher Privatkunden, was höhere Kommissions-Erträge brachte. Andererseits profitierte die UBS-Investmentbank von der glänzenden Börse im dritten Quartal. Der Konzern erzielte zwischen Juli und September mit einem Nettogewinn von 2,7 Milliarden Franken (1,7 Milliarden Euro) das bisher beste Quartals-Resultat seiner siebenjährigen Geschichte. Es liegt 29 Prozent über dem zweiten Quartal 2005 und 71 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres.
"Es war ein Sommer, in dem die Sonne auf die Finanzmärkte schien", sagte UBS-Finanzchef Clive Standish am Dienstag bei der Telefonkonferenz. Auch für das Gesamtjahr kündigte er glänzende Zahlen an: "Die Märkte haben seit dem Ende des Quartals zwar leicht nachgelassen. Dennoch freuen wir uns darauf, mit 2005 ein Jahr abzuschließen, das heute schon als eines unser bisher erfolgreichsten gelten darf." Nach neun Monaten liegt der UBS-Nettogewinn mit 8 Milliarden Franken bereits um 29 Prozent über dem Vorjahr. Die auf das Jahr umgerechnete Eigenkapital-Rendite erreichte 29 Prozent, was etwa vier Prozent über dem Vorjahr sind. Die Deutsche Bank schaffte lediglich in ihrem ausgezeichneten dritten Quartal eine derart stolze Marge.
Sondergewinne winken
Wie auch immer das vierte Quartal 2005 im Bank-Geschäft ausgeht, der UBS winken auf jeden Fall üppige Sondergewinne: 3,5 Milliarden Franken bringt allein der Verkauf der drei Privatbanken und des Fondsanbieters GAM an die Zürcher Bank Julius Bär. Weitere 350 Millionen Franken kommen Anfang 2006 hinzu aus dem Verkauf des Stromkonzerns Motor Columbus. Dieses könnte dazu führen, daß die Bank entweder die Dividende 2005 deutlich anhebt oder in der nächsten Etappe des Aktien-Rückkaufs noch mehr überschüssiges Kapital einsetzt.
Die UBS-Aktie stieg nach dem Zwischenbericht um gut zwei Prozent an der Schweizer Börse. Sie zog in ihrem Gefolge auch die Titel der Zürcher Banken Bär und Credit Suisse mit. Dieser UBS-Konkurrent legt am heutigen Mittwoch sein Zwischenergebnis vor, das ebenfalls recht gut ausfallen dürfte, weil bei der Credit Suisse in guten Börsen-Zeiten der Anteil der Investmentbank am Gewinn stets höher ist. Bei der UBS erbrachte die Vermögensverwaltung trotz des Gewinn-Sprungs in der Investmentbank (plus 95 Prozent gegenüber Vorjahr) dennoch mehr als die Hälfte des Quartals-Resultats.
Die Vermögensverwaltung glänzt - das Geld sprudelt
Helvea-Analyst Peter Thorne sagte: "Das sind gute Resultate von UBS. Besonders erfreulich war die Wende in der Investmentbank nach dem leicht enttäuschenden zweiten Quartal. Im Private Banking wird die Bank in Asien immer stärker." Vontobel-Analystin Claudia Meier kündigte an, sie werde die Gewinn-Schätzung für 2005 um zehn Prozent anheben.
Die UBS glänzte wieder einmal in ihrer Parade-Disziplin, der Vermögensverwaltung. Hier sprudelte das Geld aus allen Quellen. Das Netto-Neugeld privater und institutioneller Kunden betrug im dritten Quartal 51 Milliarden Franken. Zusammen mit der Wertsteigerung der Kunden-Anlagen an der Börse erhöhten sich damit die verwalteten Vermögen der Bank auf 2666 Milliarden Franken, was 20 Prozent mehr sind als im September 2004.
Vermögensakquise in Asien und Europa
Im Private Banking (Wealth Management) gab es bei der Akquisition neuer Gelder mit 31 Milliarden Franken einen Quartals-Rekord. Das ist etwa doppelt so viel wie im dritten Quartal 2004. Die Bank wollte die Herkunft der neuen Kunden und damit der Gelder nicht präzise aufschlüsseln, es ist aber klar, daß immer weniger von Steuerflüchtlingen aus der Schweiz kommt und immer mehr Vermögen global akquiriert wird, vor allem in Asien und Europa. Die Bank hat das Filialnetz in Asien stark ausgebaut und zudem in den fünf europäischen Nachbarländern nicht nur hunderte von Beratern eingestellt, sondern auch kleinere Vermögensverwalter gekauft.
Das Private Banking in Europa und Asien erhöhte den Gewinn auf 1,1 Milliarden Franken, was ein Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2005 ist. In Amerika akquirierte man zwar erstaulich viel Neugeld im Private Banking, es gab aber einen kleinen Verlust, weil man 100 Millionen Franken für diverse Prozesse zurückstellen mußte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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