Home
http://www.faz.net/-gqi-14g1c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bad Bank Bund gibt West LB drei Milliarden Euro

24.11.2009 ·  Der Bund wird erstmals Aktionär einer Landesbank. Damit ist auch der Weg zur Gründung der ersten Bad Bank frei. In der Abwicklungsanstalt wird ein Verlust von vier Milliarden Euro erwartet.

Von Hanno Mußler
Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (1)

Die West LB ist gerettet. Der Sonderfonds des Bundes, Soffin, stellt über stille Einlagen, die später teilweise oder vollständig in Stammkapital umgewandelt werden, der West LB mindestens drei Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung. Damit wird der Bund erstmals Aktionär einer Landesbank. In einem weiteren Schritt wird von der West LB die erste staatlich geförderte Abwicklungsanstalt (Bad Bank) unter dem Dach des Bankenrettungsfonds Soffin abgespalten. Das Bundesfinanzministerium in Berlin bestätigte am Dienstagabend diese Einigung zwischen den Eignern der West LB - Sparkassen und Kommunen in Nordrhein-Westfalen sowie das Bundesland - und dem Soffin.

In den vergangenen Tagen war heftig um die Rettung der mit 260 Milliarden Euro Bilanzsumme als systemrelevant eingestuften West LB gerungen worden. Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, denen gut 50 Prozent der West LB gehört, hatten sich gegen die Vorschrift im Bad-Bank-Gesetz gewehrt, nach der sie entsprechend ihrer Beteiligungsquote an der West LB für die Verluste weiter haften, die in der Abwicklungsanstalt in den kommenden Jahren auftreten. In der Abwicklungsanstalt, in die 85 Milliarden Euro an Krediten ausgelagert werden, wird ein Verlust von vier Milliarden Euro erwartet. Drei von acht Milliarden Euro Eigenmitteln sollen aus der West LB zur Verlustabdeckung in die Bad Bank fließen.

Ausgleichspflicht für unerwartete Verluste auf vier Milliarden Euro begrenzt

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen müssen für die West LB kein Eigenkapital geben. Aber sie müssen weitere langfristige Garantien für die Abwicklungsanstalt übernehmen. Darunter sind 500 Millionen Euro für zu erwartende Verluste; die Ausgleichspflicht für unerwartete Verluste wurde für die Sparkassen auf vier Milliarden Euro begrenzt. Für ein ausgegliedertes Wertpapierportfolio haften die Sparkassen ohnehin mit 1,5 Milliarden Euro.

Für den Kauf neuer Garantien erhalten die Sparkassen knapp 200 Millionen Euro aus der Sicherungsreserve der Landesbanken. Zudem werden die Sparkassen über eine Dauer von 25 Jahren Teile ihrer Gewinne für die Bad Bank zurücklegen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 8 7

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2465 −0,19%
Rohöl Brent Crude 106,30 $ −0,51%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.