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Autozulieferer Continental will mit Google und IBM Roboterautos entwickeln

Der Autozulieferer arbeitet an der Zukunft des Fahrens. Der Weg zum Roboterauto geht nur über „Big Data“. Dahinter steckt ein großes Versprechen.

© REUTERS Continental-Logo in Hannover

Der weltweit zweitgrößte Autozulieferer Continental steht kurz vor dem Abschluss von Kooperationsverträgen mit den beiden amerikanischen Technologiekonzernen Google und IBM. Die geplante Zusammenarbeit zielt darauf ab, neue Lösungen für das automatisierte Fahren zu finden. Die dafür notwendigen Investitionen sollen ebenso wie künftige Erträge geteilt werden. Nach Informationen dieser Zeitung aus Konzernkreisen sollen die beiden Allianzen möglicherweise schon zur Automesse IAA im September in Frankfurt bekanntgegeben werden. Die Unternehmen wollten diese Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Johannes Ritter Folgen:

Bei Conti arbeiten mehr als 1300 Forscher und Entwickler an der Zukunft des Autofahrens, das - so ihr Ziel - von 2025 an auch ohne den lenken Einfluss des Fahrers funktionieren soll. Der kann dann Zeitung lesen, E-Mails löschen oder ein Nickerchen machen. „In zehn bis 15 Jahren wird das auf vielen Strecken Realität sein“, sagt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann.

Diese Vision wird von Google geteilt. Der Internet-Konzern hat etliche Autos mit Hilfe eigener und fremder technologischer Winkelzüge zu selbstfahrenden Fahrzeugen umgebaut, die sich mit ihrem radarähnlichen Aufbau durch die Straßen Kaliforniens und Nevadas bewegen. Das sind die einzigen beiden Bundesstaaten, die (streng beaufsichtigte) Roboterautos für den normalen Straßenverkehr zugelassen haben. Umfunktioniert wurden der Toyota Prius und der Lexus RX.

Spätestens 2017 sollen erste Privatleute selbstfahrende Autos kaufen können

Google sieht sich als Vorreiter auf diesem Feld und hat sogar noch ehrgeizigere Pläne als Conti. Bis spätestens 2017 könnten auch Privatleute in Kalifornien selbststeuernde Autos kaufen, sagte Sergey Bin, einer der beiden Gründer des Internetkonzerns, im vergangenen Jahr. Ein eigenes Auto wolle Google nicht konstruieren, betonte Bin, der stattdessen auf die Zusammenarbeit mit den etablierten Herstellern setzt.

Dazu zählt, wenn das geplante Abkommen nicht noch auf den letzten Metern scheitert, fortan auch Continental. Der hannoversche Autozulieferer hat seinerseits immer betont, beim automatisierten Fahren nur über Partnerschaften reüssieren zu können: „Unserer Meinung nach lassen sich die Möglichkeiten des vernetzten Fahrzeugs am besten durch Kollaborationen erschließen, in welchen wir Fachkompetenzen zusammenbringen und bahnbrechende Technologien von der Idee über die Entwicklung bis zur Markteinführung umsetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart Anfang August. Tatsächlich ergibt es für Conti wenig Sinn, sich in Eigenregie um Wetter- oder Navigationsdaten, Staumeldungen oder das Musik-Streaming zu kümmern - also um die Dinge, die künftig via Internet zuverlässig zu Weiterverarbeitung in den Bordcomputer eingespeist werden sollen. Mit Google holt sich Continental die Expertise für die Aufbereitung und Verarbeitung der für die Fahrzeugsteuerung erforderlichen externen Daten ins Haus.

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