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Autozulieferer Conti-Chef Wennemer deutet weitere Jobverlagerung an

26.11.2005 ·  Conti-Chef Wennemer sieht schwarz für die Reifenproduktion in Deutschland und hat einen weiteren Stellenabbau angedeutet. Im Interview sagt er, auch hochqualifizierte Aufgaben würden ins Ausland verlagert.

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Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer sieht schwarz für die Reifenproduktion in Deutschland und deutet einen weiteren Stellenabbau an. „Die Lohnkosten machen im Reifengeschäft etwa 30 Prozent aus. Da ist es schwierig, sich gegen hocheffiziente, moderne Werke in Niedrigkostenstandorten auf Dauer zu behaupten“, sagte Wennemer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf die Frage, ob er über kurz oder lang alle deutschen Standorte schließen werde.

In dem Interview verteidigte der Conti-Chef erstmals seine Entscheidung, trotz Rekordgewinn 320 Stellen am Stammsitz Hannover zu streichen. „Die Rekordgewinne beruhen auf dem, was wir in der Vergangenheit richtig gemacht haben. Darauf kann ich mich nicht ausruhen“, sagte Wennemer. „Wir müssen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China und Korea auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig sein.“

Kritik an den Kritikern

Mit deutlichen Worten verwahrte er sich gegen die Kritik aus Reihen der Politik an dem Stellenbau. „Rentabilität ist keine Frage der deutschen Politik, sondern der weltweiten Märkte. Wir sind auf internationale Investoren angewiesen, gerade 10 Prozent unserer Aktionäre sind Deutsche“, bekräftigte Wennemer.

Der Konzernchef kündigte an, zunehmend auch hochqualifizierte Aufgaben in Billiglohnländer zu verlagern. „Auch die Entwicklung wandert - zum Teil auf den Spuren und auf Wunsch der Kunden, zum Teil kostengetrieben - nach Osteuropa, China oder Mexiko“, sagte Wennemer der F.A.S.

Den Conti-Aktionären stellte der Vorstandsvorsitzende eine höhere Ausschüttung in Aussicht. „Es spricht einiges dafür, daß wir eine Erhöhung der Dividende vorschlagen werden“, sagte Wennemer. Außerdem kündigte er an, Teile des insolventen amerikanischen Autozulieferers Delphi übernehmen zu wollen. Wennemer wörtlich: „Wir haben unsere Pläne in der Schublade. Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, sind wir da.“

Der Herr der Reifen

Manfred Wennemerwurde 1947 im Münsterland geboren und ist von Haus aus Mathematiker. Seit September 2001 führt er als Vorstandsvorsitzender die Continental AG, die im Jahr 1871 in Hannover gegründet wurde. Der Konzern beschäftigt weltweit 81.000 Mitarbeiter, etwa 31.800 davon in Deutschland. Der Umsatz betrug im vorigen Jahr 12,6 Milliarden Euro, der Jahresüberschuß 673 Millionen Euro. Für beide Werte verspricht Wennemer 2005 neue Rekorde. Auch die Ausschüttung an die Aktionäre soll steigen. „Es spricht einiges dafür, daß wir eine Erhöhung der Dividende vorschlagen werden“, sagt der Konzernchef. Die Conti-Aktie stieg dieses Jahr bereits um 50 Prozent und gehört erneut zu den größten Gewinnern im Dax.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Quelle: FAZ.NET
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