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Autovermietung : Sixt: „Ich will keinen Neid schüren“

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Das Gehalt bleibt sein Geheimnis: Erich Sixt Bild: dpa/dpaweb

Erich Sixt, Chef des gleichnamigen Autovermieters, muß auch künftig nicht offenlegen, wie viel er verdient. Die Aktionäre billigten einen entsprechenden Antrag des Vorstandes. Das Unternehmen erhöhte seine Gewinnprognose.

          Deutschlands größter Autovermieter Sixt muß seine Vorstandsgehälter nicht offenlegen. Die Hauptversammlung in München gab am Donnerstag einem entsprechenden Antrag des Vorstandes statt.

          98 Prozent des anwesenden Kapitals befürworteten die Abweichung von der Offenlegungsvorschrift. Laut dem Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern ist eine Zustimmung der Hauptversammlung von 75 Prozent erforderlich, um den Einzelausweis zu vermeiden.

          15 Top-Manager verdienen 4,1 Millionen Euro

          Aktionärsvertreter hatten die Absicht des Vorstandes kritisiert. Unternehmenschef Erich Sixt verteidigte das Vorhaben vor rund 800 Aktionären: „In meinem Fall will ich mein ohnehin vorhandenes persönliches Risiko nicht noch weiter dadurch vergrößern, daß ich Neid schüre.“

          Die 15 Personen des Vorstands und der Geschäftsführung verdienten zusammen 4,1 Millionen Euro. Es hätte niemand etwas davon, sein Gehalt zu kennen, sagte Sixt, der 56,8 Prozent der Sixt-Stammaktien hält und damit 89 Prozent des am Donnerstag anwesenden stimmberechtigten Kapitals ausmachte.

          Sixt erwartet mehr Umsatz und Gewinn

          Sixt wächst stärker als erwartet und hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr daher angehoben. Nach einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum in den ersten drei Monaten habe das zweite Quartal nach vorläufigen Berechnungen über den Erwartungen gelegen, begründete das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag den Optimismus.

          Deshalb erwarte Sixt nun ein Wachstum des Vorsteuergewinns von mindestens 25 Prozent. Bisher war Sixt von einem Zuwachs von mindestens 20 Prozent ausgegangen. Der operative Konzernumsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften solle um mehr als die ursprünglich prognostizierten fünf Prozent steigen. 2004 hatte Sixt einen Vorsteuergewinn von 50,5 Millionen Euro erzielt bei einem operativen Konzernumsatz von 934 Millionen Euro.

          „Wir können die Konjunktur nicht voraussagen“

          „Auch diese neue Vorhersage ist keinesfalls gewagt. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, wie wichtig es ist, Prognosen einzuhalten oder besser noch: zu übertreffen“, sagte Sixt. Die Aktie legte um fast sechs Prozent auf 24,25 Euro zu.

          Sixt bekräftigte seine mittelfristige Prognose, der operative Konzernumsatz solle bis 2008 auf 1,3 Milliarden Euro und das Vorsteuerergebnis auf 70 bis 90 Millionen Euro steigen. „Ich sage aber ganz klar, daß ich aus heutiger Sicht enttäuscht wäre, wenn wir nur das untere Ende dieser Spanne erreichen würden“, sagte er. Das Szenario sei auch daran geknüpft, daß das konjunkturelle Umfeld die Geschäftsentwicklung unterstütze. „Wir können jedoch die Konjunktur nicht voraussagen, das kann nicht mal Herr Eichel“, sagte der Firmenchef.

          Schub durch die Fußball-WM

          Für das nächste Jahr erhofft sich Sixt auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zusätzliches Geschäft. Dazu habe Sixt eine Vereinbarung mit dem Autohersteller Hyundai, der zu den offiziellen Sponsoren des sportlichen Großereignisses gehört, geschlossen.

          Der Schub, den das Vermietgeschäft durch die Weltmeisterschaft erhalten solle, sei aber noch nicht zu beziffern, sagte Sixt.

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