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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Opel zahlt staatlichen Kredit zurück GM-Chef Henderson entschuldigt sich

11.11.2009 ·  GM will bis Ende November den von der Bundesrepublik gewährten Brückenkredit für Opel zurückzahlen. GM-Chef Henderson entschuldigte sich dafür, welche Rolle GM in den vergangenen Wochen bei Opel gespielt habe. Er sei „ungeheuer dankbar“ für die Unterstützung, die der deutsche Staat geleistet habe.

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General-Motors-Chef Fritz Henderson hat sich in einem Fernsehinterview ausdrücklich dafür entschuldigt, welche Rolle GM in den vergangenen Wochen bei Opel gespielt habe. In den ARD-Tagesthemen sagte Henderson am Dienstagabend, er bedauere sehr, wie der Prozess in den letzten paar Wochen abgelaufen sei. GM sei „ungeheuer dankbar“ für die Unterstützung, die der deutsche Staat seit Ende Mai mit der Bereitstellung eines Überbrückungskredits geleistet habe, „denn ansonsten wären wir heute nicht hier“.

GM will sich um weitere Hilfen auch in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten bemühen und bis Ende November auch die noch verbliebenen 600 Millionen Euro aus dem Überbrückungskredit zurückzahlen. „Das Ziel ist jetzt nicht, Regierungen gegeneinander auszuspielen“, sagte Henderson.

Henderson: „Eine Insolvenz ist nicht wahrscheinlich“

Der GM-Chef zog die Drohung des Konzerns von vergangener Woche zurück, dass Opel die Insolvenz bevorstehe, wenn die Beschäftigten nicht zu Zugeständnissen bereit seien. „Eine Insolvenz ist nicht notwendig und auch nicht wahrscheinlich“, sagte Henderson in der ARD.

Früher als erwartet beginnt Opel derweil mit der Rückzahlung des staatlichen Kredits, den der Autohersteller im Juni von Bund und Ländern erhalten hatte. Die Europaeinheit des Mutterkonzerns General Motors (GM) habe 200 Millionen von den insgesamt ausstehenden 800 Millionen Euro zurückgezahlt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bis Ende November will der Konzern auch den verbleibenden Rest der Kreditsumme abbezahlen, kündigt Europa-Finanzchef Enrico Digirolamo an.

Damit gewinnt GM wieder die volle Verfügungsmacht über das Unternehmen. Derzeit liegen noch 65 Prozent der Anteile an Opel bei einer Treuhandgesellschaft und dienen dort seit Juni als Pfand für den Staatskredit. Sobald jedoch der Kredit abbezahlt ist, werden die Anteile zurück übertragen und Opel gehört dann wieder vollständig GM. Das sieht nach Informationen der F.A.Z. der Treuhandvertrag zwischen Bundesregierung und GM vor.

Neuer Chef von Opel/Vauxhall ist ab sofort GM-Manager Nick Reilly. Der 59 Jahre alte Brite soll das GM-Europageschäft aber nur vorrübergehend leiten, bis eine langfristige Lösung gefunden wird, teilte GM am Dienstag in Detroit mit. Hans Demant bleibe Vorsitzender der Geschäftsleitung der deutschen Adam Opel GmbH und werde mit Reilly zusammenarbeiten. Gleichzeitig habe die externe Suche nach einem neuen Opel-Chef begonnen. GM will ein europäisches Führungsteam einsetzen, an dessen Spitze nach Möglichkeit ein Deutscher stehen soll (GM sucht deutschen Manager fürs Europageschäft). Reilly ist bei GM für das internationale Geschäft verantwortlich.

Merkel dämpft Hoffnungen auf Staatshilfe

Bundeskanzlerin Angela Merkel dämpfte unterdessen die Hoffnung des amerikanischen Autobauers auf üppige Staatshilfen. Bund und Länder seien zwar grundsätzlich bereit, alles Notwendige für die vier deutschen Opel-Werke zu tun, sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung (Merkel gibt im Bundestag Regierungserklärung ab). Die Kanzlerin, die von der geplatzten Opel-Übernahme durch Magna schwer enttäuscht ist, erklärte aber, eine Lösung könne nur gelingen, „wenn General Motors den Hauptanteil der Restrukturierung mit eigenen Mitteln trägt.“

An den Managern des Detroiter Autoriesen ließ die Kanzlerin kein gutes Haar: „General Motors war über Monate hinweg nicht in der Lage, seiner Verantwortung als Mutterkonzern von Opel auch nur annähernd gerecht zu werden.“ Die Opel-Beschäftigten hätten große Opfer gebracht und von GM Verlässlichkeit erwartet: „Sie wurden tief enttäuscht.“

Mehr Eigenständigkeit für Opel in Aussicht

GM-Chef Henderson hat Opel nach Betriebsratsangaben mehr Eigenständigkeit versprochen. „Fritz Henderson bekräftigte, dass Opel in Europa wieder zu alter Stärke geführt werden solle, mit einem hohen Maß an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit innerhalb des GM-Konzerns“, teilte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Dienstag nach Gesprächen mit Henderson mit.

Als wichtiges Signal für den größeren Entscheidungsspielraum in Rüsselsheim verlangte Franz erneut die Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft: „Damit kann General Motors zeigen, ob die Eigenständigkeit von Opel ernst gemeint ist.“

Die Arbeitnehmervertretung erwarte nun einen umfassenden Unternehmensplan für Opel bis 2014 mit einem soliden Finanzierungskonzept. „Wir selbst haben in den vergangenen eineinhalb Jahren mit unseren Beratern einen solchen Plan erarbeitet. Wir wissen, wo die wichtigen Stellschrauben für eine erfolgreiche Zukunft von Opel sind“, sagte Franz. Die Arbeitnehmervertreter würden den GM-Plan an diesen Vorgaben messen und dann entscheiden, ob die Belegschaft in weitere Verhandlungen einsteigt.

Der Betriebsrat hatte sich mit dem Anfang November überraschend abgewiesenen Investor Magna unter anderem auf einen Lohn- und Gehaltsverzicht der Belegschaft von 265 Millionen Euro geeinigt. Im Gegenzug sollten die Arbeitnehmer zehn Prozent an Opel halten und weitergehende Mitbestimmungsrechte bekommen. Magna hatte auch zugesagt, alle deutschen Werke zu erhalten.

Magna verlangt Schadenersatz

Magna-Chef Siegfried Wolf möchte, dass der General Motors die Magna entstandenen Kosten für die geplatzte Übernahme der Rüsselsheimer ersetzt: „Es werden ja sehr viele Aufgaben weiter verwertet, da General Motors auf unserem Business-Plan aufbauen will“, sagte der Firmenchef am Dienstag im österreichischen Rundfunk. Der gescheiterte Deal hat das Unternehmen laut Medienberichten an die 100 Millionen Dollar gekostet, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Der neue Manager

Er muss eine Herausforderung suchen und ein bisschen abenteuerlustig sein: So lauten die Anforderungen an einen neuen Chef für das GM-Europageschäft mit Opel. General-Motors-Chef Fritz Henderson nannte als Stellenbeschreibung am Dienstag in Rüsselsheim folgende Voraussetzungen: „Es muss eine starke europäische Führungskraft sein, die in der Lage ist, in einem europaweiten Unternehmen zu arbeiten.“ Der neue Manager müsse die notwendigen Fähigkeiten mitbringen, einen Sinn für Abenteuer haben und eine Herausforderung suchen. Bis ein neuer Opel-Chef gefunden sei, werde es „nicht mehr viele Monate“ dauern.

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Noch mehr Kredit löst die Strukturprobleme Griechenlands nicht. Das hilft nicht gegen Korruption, Steuerhinterziehung, unfähige Verwaltung und Klientelpolitik. Wenn stattdessen weiter nur Renten und Gehälter gekürzt werden, droht der große Knall. Mehr 6 50

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