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Magna-Plan „Opel-Staatskredit fließt nach Russland“

14.09.2009 ·  Der Autozulieferer Magna will einen erheblichen Anteil des deutschen Staatskredits für Opel in Russland ausgeben. Der Vertreter der Bundesländer in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, spricht in der F.A.Z. von der „Übertragung deutschen Fachwissens nach Russland“ und dem „späteren Abbau von Arbeitsplätzen bei uns“.

Von Christoph Ruhkamp
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Der kanadische Autozulieferer Magna will einen erheblichen Anteil des deutschen Staatskredits für Opel in Russland ausgeben. „Von den 4,5 Milliarden Euro sollen nach dem Magna-Konzept über 600 Millionen Euro zur Modernisierung der russischen Automobilindustrie eingesetzt werden“, sagte Dirk Pfeil dieser Zeitung. Der hessische FDP-Politiker und Insolvenzverwalter vertritt die vier beteiligten Bundesländer im Opel-Treuhandbeirat und hatte in der vergangenen Woche trotz politischen Drucks seine Stimme für den Verkauf an Magna verweigert.

Zu Opels geplantem Russland-Engagement sagte Pfeil: „Das bedeutet auf Sicht die Übertragung deutschen Fachwissens nach Russland und den späteren Abbau von Arbeitsplätzen bei uns.“ Hintergrund ist die Kooperation von Magna mit der staatlichen russischen Sberbank bei der Finanzierung der Übernahme sowie die Zusammenarbeit mit dem russischen Autohersteller GAZ als industriellem Partner für Opel.

Pfeil hält den Erfolg des neuen Unternehmens für unwahrscheinlich. Angesichts der von mehreren Autoherstellern angekündigten Stornierungen von Aufträgen für Magna sei zu befürchten, dass der schon jetzt mit Verlust arbeitende Zulieferer weiteren Umsatz verliere und eventuell selbst auf den Staatskredit für Opel zugreife. Die Marktentwicklung in Russland werde von Magna viel zu positiv eingeschätzt. Pfeil rechnet zudem damit, dass die Staatshilfe für Opel über 4,5 Milliarden Euro nicht nur in Form einer Garantie, sondern als direkter Kredit erfolgt. Da Geschäftsbanken das Risiko eines Kredits an Opel als zu hoch einschätzten, komme nur ein direktes staatliches Darlehen der bundeseigenen Förderbank KfW oder einer der halbverstaatlichten Banken in Frage, sagte Pfeil. Für den Abschluss des Verkaufs an Magna sei noch eine positive Fortführungsprognose durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft notwendig. Liege das Gutachten vor, könne die Opel-Treuhand ihre 65 Prozent der Anteile an Opel im November auf Magna übertragen.

Unterdessen nehmen die Irritationen über die Stellenabbaupläne von Magna für Deutschland zu. Ein Sprecher von Magna erklärte auf Anfrage, in Deutschland sei der Abbau von 2850 Arbeitsplätzen in der Produktion von Opel geplant. Zusätzlich könnten in der Verwaltung bis zu 1450 Stellen wegfallen – dies sei aber noch nicht entschieden. Diese Zahlen seien bekannt. Magna sei überrascht, dass der Stellenabbau nun „skandalisiert“ werde. Der IG-Metall-Vorsitzende Huber forderte von Magna die Einhaltung der bisherigen Versprechen. Das gelte vor allem für die Zahl der Arbeitsplätze und den Erhalt der Standorte, sagte Huber.

Im Kaufvertrag für Opel müssen auch noch einige andere Punkte geklärt werden. So verlangt der ehemalige Mutterkonzern General Motors (GM) ein Vorkaufsrecht, falls einer der neuen Partner – also Magna oder die Sberbank – bei Opel wieder aussteigen will. GM beansprucht zudem die Hälfte der acht Vorstandsposten bei Opel für sich. Weitere Bedingung ist ein „definitives Finanzierungspaket der Regierungen von Bund und Ländern“. Den Vertrag will GM erst dann unterschreiben, wenn die Arbeitnehmervertreter bei Opel ihren Lohnverzicht von rund 1,5 Milliarden Euro über fünf Jahre schriftlich bestätigen.

Das vollständige Interview mit Dirk Pfeil lesen Sie in der Montagsausgabe der F.A.Z.

Quelle: F.A.Z.
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