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Betriebsräte hoffen Opel-Fabrik in Antwerpen erhält letzte Chance

09.03.2010 ·  Eigentlich sollte das Opel-Werk in Antwerpen bis zur Jahresmitte die Produktion einstellen. Nun gibt es für die Arbeitnehmer einen Funken Hoffnung. Opel-Chef Nick Reilly prüft einen neuen Vorschlag der Arbeitnehmervertreter. Die Betriebsräte hoffen auf den Einstieg eines Investors.

Von Christoph Ruhkamp
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Die geplante Schließung des Opel-Werks im belgischen Antwerpen ist noch nicht endgültig beschlossen. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. So prüfe die Unternehmensführung um Opel-Chef Nick Reilly derzeit einen neuen Vorschlag der Arbeitnehmervertreter. Ursprünglich sollte das Werk in Antwerpen mit 2600 Beschäftigten bis zur Jahresmitte die Produktion einstellen. Betriebsratschef Klaus Franz hat Reilly nun jedoch einen Plan für Alternativen zur Schließung unterbreitet. "Wir hatten Vertreter aller fünf belgischen Gewerkschaften hier in Rüsselsheim zu Gast und haben uns schriftlich auf ein gemeinsames Vorgehen in Antwerpen geeinigt", sagte Franz dieser Zeitung.

Ziel sei es, Opel den Rückzug auf eine Position als Minderheitseigentümer in Antwerpen zu ermöglichen. Als Mehrheitseigentümer soll ein neuer Investor gesucht werden. Das Werk könnte dann künftig ein Cabrio des Modells Astra liefern, würde aber auch für weitere ergänzende Nutzungen in Betracht gezogen. Denkbar wäre laut Franz sowohl die Nutzung durch einen der zahlreichen kleineren Elektroautohersteller als auch eine Nutzung als Logistikzentrum angesichts der Nähe zum Hafen von Antwerpen. "Als entscheidend sehen wir die Garantie eines Produktionsvolumens von bis zu 120 000 Stück an. Akzeptiert die Unternehmensführung den Plan, kann zudem unmittelbar mit dem Abbau von 1000 der 2600 Stellen in Antwerpen begonnen werden", sagte Franz. Der Sozialplan für den Stellenabbau werde lokal in Belgien ausgehandelt.

Man nehme zur Kenntnis, dass Opel das Werk aufgeben wolle. Die Produktion eines kleinen Geländewagens, die der Opel-Mutterkonzern ursprünglich für Antwerpen zugesagt und dann jedoch nach Südkorea verlagert hatte, sei kein Dogma mehr. Laut Franz kann Opel im Falle des Erhalts des Werks in Antwerpen weiter auf die Hilfe der belgischen und der flämischen Regionalregierung zählen. Diese hatten Hilfen von 500 Millionen Euro angeboten. Dazu gehören der Kauf und die anschließende Vermietung von Immobilien im Wert von 300 Millionen Euro sowie staatliche Bürgschaften für die Rückzahlung von Krediten über weitere 200 Millionen Euro. "Wir wollen zusammenarbeiten für eine gemeinsame Investorenlösung. Dazu muss es einen Rahmenvertrag mit der Unternehmensführung geben", sagte Franz. Dafür sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, in der neben den fünf belgischen Gewerkschaften auch Vertreter der Opel-Werke in Bochum und im polnischen Gleiwitz vertreten seien. Bisher gebe es noch keinen Investor, der genannt werden könnte, aber zahlreiche Interessenten.

Die Betriebsräte bei Opel hatten als Bedingung für ihre Zustimmung zum Sanierungsplan für das Unternehmen stets den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen genannt. Deshalb dürfte der Plan für Antwerpen verlockend auf Opel-Chef Nick Reilly wirken. Denn er benötigt die Zustimmung des Betriebsrats zu dem von ihm eingeplanten Verzicht auf jährlich 265 Millionen Euro. Auch die Politik wünscht eine Einigung. Opel hat staatliche Bürgschaften über fast 2 Milliarden Euro beantragt.

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