Die deutschen Autohersteller verlangen, dass besonders abgasarme Fahrzeuge auch nach 2015 in der strengen EU-Kohlendioxid-Regulierung mehrfach auf den Schadstoffausstoß ihrer Flotte angerechnet werden. „Wenn schon keine finanziellen Anreize gesetzt werden, um den Aufbau einer Fahrzeugflotte mit alternativen Antrieben zu fördern, muss es wenigstens regulatorische Anreize geben“, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Mittwoch in Berlin. „Sonst wird es schwer, in Deutschland 2020 eine Million Elektroautos auf der Straße zu haben, wie die Bundesregierung es anstrebt.“ Die EU-Kommission will die Mehrfachanrechnung (“Supercredits“) verringern. Wissmann forderte, besonders saubere Fahrzeuge müssten weiter „mindestens mit dem Faktor zwei bis drei“ auf den Flottendurchschnitt angerechnet werden. Diese Bonuspunkte sollen die Konzerne ansammeln und nach 2020 nutzen können, wenn strengere EU-Regeln gelten.
Volkswagen, Daimler und BMW, deren große Fahrzeuge im Schnitt mehr Kohlendioxid ausstoßen als die der Konkurrenz, sind daran sehr interessiert. Wissmann sieht aber Einigkeit im europäischen Verband. Er hob überdies die Bedeutung eines Freihandelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und der EU für seine Branche hervor. Die beiden Märkte ständen für 40 Prozent des Welt-Automobilmarktes. Allein die deutschen Autohersteller zahlten fast eine Milliarde Euro im Jahr an Zöllen - rund 550 Millionen Euro für Exporte nach Amerika und rund 410 Millionen Euro für Importe in die EU. Für Verbraucher noch wichtiger als der Abbau von Zöllen sei die Verringerung nichttarifärer Handelshemmnisse, die den Bau von Autos verteuerten.
