22.02.2007 · Über die Zukunft des amerikanischen Autobauers Chrysler könnte es erst in einigen Monaten Klarheit geben. Das schrieb Chrysler-Chef Tom LaSorda in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Von potentiellen Partnern kommen bisher nur Absagen.
Die Unklarheit über die Zukunft von Chrysler könnte nach Worten von Firmenchef Tom LaSorda noch Wochen oder Monate andauern. Zugleich kündigte er in einer E-Mail an seine Mitarbeiter, die vom Unternehmen am Donnerstag im Internet veröffentlicht wurde, für die kommenden Tage Details zu Abfindungs- und Frühpensionierungsangeboten an.
Die Daimler-Chrysler-Tochter will im Zuge ihres Sanierungsprogramms 13.000 Stellen bis zum Jahr 2009 streichen. Als weiterer potenzieller Partner erteilte Volkswagen einer engeren Kooperation mit Chrysler eine Absage.
Kein Kommentar zu den Spekulationen
LaSorda betonte, dass er aus rechtlichen Gründen keinen Kommentar zu den Spekulationen über eine Trennung von Daimler-Chrysler von seinem amerikanischem Tochterunternehmen abgeben dürfe. „Es könnten Wochen oder Monate vergehen bis zu offiziellen Stellungnahmen zu einigen Themen“, schrieb er. Die Mitarbeiter sollten aber nicht vergessen, dass Konzernchef Dieter Zetsche und die Unternehmensführung den Sanierungsplan ausdrücklich unterstützt hätten. Jetzt sei der Beitrag aller Mitarbeiter besonders wichtig.
Chrysler hatte die Konzernbilanz im vergangenen Jahr mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde Euro verhagelt. Vergangene Woche kündigte Daimler-Chrysler an, alle Optionen zu prüfen, was auch eine Partnerschaft oder einen Verkauf einschließt. Die Tochter leidet an Absatzproblemen, weil die Amerikaner sich von schweren Geländewagen und Pickups abwenden.
Absagen von potenziellen Partnern
Von potenziellen Partner kommen unterdessen Absagen. Am Donnerstag teilte Volkswagen mit, man sei weder an einer Übernahme interessiert, noch sei ein Ausbau der bestehenden Kooperation geplant. VW und Chrysler hatten sich im vergangenen Jahr auf eine Zusammenarbeit bei Mini-Vans geeinigt. Vor Volkswagen hatten bereits Fiat, Renault, Nissan und Hyundai mitgeteilt, kein Interesse an Chrysler zu haben.
Als besonders heißer Kandidat waren die Allianz-Partner Renault und Nissan gehandelt worden, die im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten General Motors (GM) anstrebten. Der amerikanische Branchenführer entschied sich jedoch für eine Sanierung auf eigene Faust, weil er nicht genügend Vorteile in einer Kooperation sah.
An der Börse führte die Bitte LaSordas um Geduld zu einer Beschleunigung der Talfahrt der DaimlerChrysler-Aktien. Bis Handelsschluss büßten die Papiere des deutsch-amerikanischen Konzerns 1,3 Prozent auf 53,25 Euro ein.
Eile mit Weile
Dirk Sternberg (crescendo)
- 22.02.2007, 23:02 Uhr
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