23.03.2009 · Die Investmentgesellschaft Aabar mit Sitz in Abu Dhabi wird Großaktionär beim Autokonzern Daimler. Über eine Kapitalerhöhung steige Aabar mit 9,1 Prozent bei Daimler ein, teilte der Autobauer mit. Gemeinsam solle nun unter anderem die Entwicklung von Elektroautos vorangetrieben werden.
Von Christoph Ruhkamp und Christian GeinitzUm angesichts der Absatzkrise die Kapitalbasis zu stärken, holt sich der Autohersteller Daimler das Emirat Abu Dhabi als zweiten arabischen Großaktionär neben Kuwait ins Haus. Über eine Kapitalerhöhung steigt die staatlich kontrollierte Investmentgesellschaft Aabar mit 9,1 Prozent bei Daimler ein und zahlt dafür 2 Milliarden Euro an das Unternehmen. Das teilte der Stuttgarter Konzern am Sonntagabend mit. Im Zuge der Transaktion erhöht Daimler das Grundkapital um 10 Prozent, die neu ausgegebenen Aktien gehen zum Preis von 20,27 Euro an Aabar. Der Preis liegt damit um 5 Prozent unter dem letzten Kurs.
Daimler will das zufließende Geld in neue Fahrzeugtechnik investieren. Der Daimler-Aufsichtsrat habe der Kapitalerhöhung am Sonntag zugestimmt, hieß es. Basis dafür war ein Vorratsbeschluss der Hauptversammlung. Bei der jetzt geplanten Kapitalerhöhung können die Altaktionäre keine Aktien erwerben. Über einen Einstieg Abu Dhabis wurde schon im Februar spekuliert. Damals war aber von 25 Prozent die Rede.
Gemeinsame Entwicklung von Elektroautos
Der Daimler-Konzern, der wegen des Umsatzrückgangs derzeit operativ Verlust macht und mehrere Milliarden Euro Kosten sparen muss, will mit seinem neuen Großaktionär auch im Tagesgeschäft zusammenarbeiten: Gemeinsam soll die Entwicklung von Elektroautos sowie von Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden. „Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt“, ließ sich Daimler-Chef Dieter Zetsche zitieren. Daimler sei eine „Marken-Ikone“ und ein „finanzstarkes Unternehmen“, das weltweit für Spitzenleistungen bekannt sei, erklärte Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi.
Die Investmentgesellschaft wird von dem Staatsfonds International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrolliert, der sich im Besitz der Regierung des Emirats Abu Dhabi befindet. Aabar ist an der Börse in Abu Dhabi notiert und investiert in unterschiedliche Branchen. Der zweite arabische Aktionär, das Emirat Kuwait, war bereits seit 1974 bei Daimler engagiert. Nach der jetzt geplanten Kapitalerhöhung verringert sich Kuwaits Anteil leicht auf 6,9 Prozent.
Christian Geinitz Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.
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