18.10.2006 · Volkswagen will in Brasilien bis 2011 knapp eine Milliarde Euro investieren und neue Modelle auf dem Markt einführen. Damit will der Autobauer seine Zukunft im größten lateinamerikanischen Land sichern.
Der Autobauer Volkswagen will in Brasilien bis 2011 knapp eine Milliarde Euro investieren. Die Summe werde vor allem in die Einführung neuer Modelle für den brasilianischen Markt fließen, sagte der Chef von VW do Brasil, Hans-Christian Maergner, am Mittwoch in Sao Paolo.
Damit wolle der Autobauer seine Zukunft im größten Land Südamerikas sichern. Die Investitionen sollen nach seinen Angaben in neue familienfreundliche Modelle fließen.
Volkswagen ist der größte Autobauer Brasiliens und bietet auf dem dortigen Markt derzeit 16 Modelle an. Im ersten Halbjahr hat VW do Brasil mehr als 450.000 Autos produziert.
VW will Exportanteil drücken
Mitte September hatte VW einen seit Monaten andauernden Konflikt mit den Gewerkschaften um geplante Massenentlassungen in seinen brasilianischen Werken beigelegt. Dagegen hatte sich die Belegschaft im Werk von Anchieta bei São Paulo, dem größten und ältesten der insgesamt fünf VW-Standorte in Brasilien, mit einem 17tägigen Streik gewehrt. Schließlich wurde jedoch eine Vereinbarung erzielt, wonach im Werk Anchieta in den nächsten Jahren 3600 Stellen wegfallen sollen, wobei gestaffelte Abfindungen gezahlt werden.
VW do Brasil leidet unter der Real-Aufwertung stärker als Wettbewerber, weil die Wolfsburger nach Meinung von Analysten mit 40 Prozent Exportanteil an der Produktion abhängiger von den Ausfuhren ist, als Konkurrenten, die auf eine Exportquote von 30 Prozent kommen. VW will die Exportquote daher bis 2007 auf unter 30 Prozent drücken. Wurden 2005 noch 260.000 Fahrzeuge ausgeführt, soll die Zahl im laufenden Jahr auf 202.000 Einheiten und 2007 auf dann 185.000 Stück sinken.
Fox-Produktion für Europa wird abgezogen
Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hatte bereits angekündigt, den Nachfolger des Kleinwagen Fox nicht mehr aus Brasilien nach Europa importieren zu lassen. Für den südamerikanischen Markt soll der Pkw aber weiter in Brasilien produziert werden, wie ein VW-Sprecher am Dienstag sagte.
Schon vor drei Jahren hatte VW in Brasilien 4.000 Stellen gestrichen, weil der Konzern sich in der Kapazitätsplanung verschätzt hatte. Damals mußte VW eine dreistellige Millionensumme für den Personalabbau aufbringen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,33 | −0,92% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 105,40 $ | −1,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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