27.11.2006 · Mit der Unterstützung von IG Metall und Betriebsrat hat Ferdinand Piëch seinen Erfüllungsgehilfen Martin Winterkorn an die Konzernspitze gehievt. Dafür zahlt Strippenzieher Piëch jetzt die Rechnung.
Von Johannes RitterVW leidet in Westeuropa unter enormen Überkapazitäten. Da die teuren westdeutschen Werke tabu sind, muß im Ausland was geschehen. Seit Jahren wird intern über den Rückzug aus dem Brüsseler Werk diskutiert. Nun endlich findet der Vorstand die Kraft dazu - und macht auf der Hacke wieder kehrt.
Einen neuen Audi-Kleinwagen in Brüssel zu produzieren war nie Teil des ursprünglichen Restrukturierungsplans. Aus gutem Grund: Die Premiummarke Audi gegen ein konzerneigenes Volumenmodell wie den VW Polo antreten zu lassen ist modellpolitisch fragwürdig. Den Audi A1 obendrein in Brüssel zu produzieren ist betriebswirtschaftlich unsinnig. Dieses Werk ist zu teuer und zu groß, um eine wirtschaftliche Fertigung zu gewährleisten. Wenn überhaupt, wäre der A1 für ein Werk in Osteuropa prädestiniert gewesen.
Winterkorn büßt Glaubwürdigkeit ein
Doch um all das geht es hier nicht. Mit der Unterstützung von IG Metall und Betriebsrat hat VW-Chefkontrolleur Ferdinand Piëch seinen Erfüllungsgehilfen Martin Winterkorn an die Konzernspitze gehievt. Dafür zahlt Strippenzieher Piëch jetzt die erste Rechnung.
Winterkorn kann sich zwar als Retter von Arbeitsplätzen aufspielen. Doch der Preis für diesen Opportunismus ist hoch: Ausgerechnet der Marke, die er bislang geführt hat, lastet Winterkorn eine Hypothek auf. Und in seiner neuen Rolle als Sanierer von VW hat er vom Start weg Glaubwürdigkeit eingebüßt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,33 | −0,92% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 105,40 $ | −1,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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